Kanton Solothurn
Alles teilen: Mit smart!mobil soll unter anderem das Teilen von Autos, Velos und Büchern gefördert werden

Beim neuen Sharing-Projekt soll es darum gehen, Verkehrsangebote clever einzusetzen und Fortbewegungsmittel oder Alltagsgegenstände mit anderen zu teilen. Für die Lancierung der Kampagne transportierten Patronatskomitee Mitglieder ein lebensgrosses Ausrufezeichen durch die Energiestädte.

Anja Neuenschwander
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Sascha Nussbaumer übergibt das Ausrufezeichen an Pascal Walter am Hauptbahnhof Solothurn.

Sascha Nussbaumer übergibt das Ausrufezeichen an Pascal Walter am Hauptbahnhof Solothurn.

Thomas Bachmann / Solothurner Zeitung

Am Donnerstagmorgen, 19.8., am Hauptbahnhof in Solothurn stieg Sascha Nussbaumer, Präsident von Smart City Lab Grenchen, mit einem riesigen Ausrufezeichen aus dem Schnellzug. Die Aktion gehörte zur Lancierung des neuen Sharing-Projekts smart!mobil, welches die Solothurner Energiestädte zusammen mit dem Kanton Solothurn aufziehen.

Mit einer Stafette durch die Energiestädte wollte man auf das Projekt aufmerksam machen. Dazu transportierten einige Mitglieder des Patronatskomitees ein lebensgrosses Ausrufezeichen, welches dann in der nächsten Energiestadt übergeben wurde. Dabei nutzten sie verschiedenste Verkehrsmittel: vom Mobility Auto, über den öffentlichen Verkehr bis zum Velokurier war alles mit dabei.

Für mehr Nachhaltigkeit: Teilen statt Kaufen

Beim neuen Projekt liege der Fokus auf dem Sharing – also dem Teilen, informierte Programmleiterin Jeanine Riesen. Indem man Fahrzeuge oder andere Alltagsgegenstände mit anderen teile, könne man Geld sparen und sei erst noch nachhaltiger unterwegs. Dabei lege man zusätzlich Fokus auf verschiedene ausgewählte Quartiere in den Energiestädten und wolle die Bevölkerung zum Teilen ermuntern.

In den Quartieren unterstütze man verschiedene Projekte wie Bücherschränke, Zeittausch-Vereine, Gemeinschaftsgärten und natürlich auch Mobilitätsprojekte wie Mobility Cars oder Carvelos. Man hoffe, in den nächsten zwei Jahren, die schon vorhandenen Angebote sichtbar machen zu können, teilte Jeanine Riesen mit. Man wolle aber auch Neues initiieren und die Kommunikation zwischen den verschiedenen Anbietern und in der Bevölkerung anregen.

Am Hauptbahnhof in Solothurn übergab Sascha Nussbaumer das Ausrufezeichen an Gemeinderat und Vizestadtpräsident Pascal Walter. Er sei zwar nun mit dem Schnellzug aus Grenchen angereist, fahre sonst aber eher mit dem Velo oder gehe zu Fuss, erzählte Nussbaumer. Für ihn habe das Reisen mit dem Zug aber einige Vorteile: Man habe etwas Zeit für sich, und es gäbe keinen Stau. Andererseits sei mit einer Zugreise auch eine etwas aufwendigere Planung verbunden.

Neue Plattform und mehr Sensibilisierung

«Grenchen ist eine Autostadt», stellte Nussbaumer fest. Daher brauche es mehr Mobility-Sharing-Angebote. «Mit Smart City Lab können wir Kampagnen eine Plattform geben, Unternehmen oder Projekte vernetzen und Unterstützung anbieten», erklärte Nussbaumer. So könne man die Städte verknüpfen und möglichst eine zentrale Lösung finden. Für ihn wäre es sinnvoll, alle Mobilitätsangebote auf einer Plattform zu vereinen. Momentan gäbe es viele Insellösungen, die man alle beispielsweise auf einer App zusammenführen könnte.

Vizestadtpräsident Walter übernahm das Ausrufezeichen von Nussbaumer. Für sein Verkehrsmittel – ein Carvelo von Carvelo2go – erwies es sich aber als etwas zu sperrig. Für jegliche andere Transporte, wie zum Beispiel Einkäufe, sei das Carvelo aber ideal, sagte Walter. Man habe viel mehr Platz für Gepäck als auf dem normalen Fahrrad. Er selbst habe ein Velo mit Anhänger, welches oft genutzt werde. Auch mit dem ÖV sei er öfters unterwegs.

«Solothurn hat ein gutes ÖV-Netz», bemerkte der Gemeinderat. Trotzdem könne man die Frequenz einiger Züge in Solothurn noch erhöhen, denn bei besseren Verbindungen würden auch mehr Leute das ÖV nutzen. Seine Hauptaufgabe sei nun, smart!mobil unter die Leute zu bringen und auf das Sharing-Angebot aufmerksam zu machen. Wenn die Leute wüssten, welche Möglichkeiten es in ihrer Umgebung gibt, können sie diese auch sinnvoll einsetzen, so Walter. Durch seinen Beruf habe er viele Möglichkeiten das Projekt auch Vereinen oder Organisationen näherzubringen.

Walter startete nun auf dem Carvelo mit einer kleineren Version des Ausrufezeichens Richtung Zuchwil, wo schon das nächste Patronatskomitee Mitglied Melanie Racine wartete. Weiter ging es dann durch die Region Thal bis nach Olten.

Hintergrundinformation

So!mobil

Smart!mobil ist ein Projekt des Mobilitätsprogramms so!mobil. So!mobil wurde bereits 2008 ebenfalls von den Energiestädten und dem Kanton auf die Beine gestellt, und soll eine nachhaltige und effiziente Mobilität fördern und ermöglichen.

Weitere Informationen zum Projekt und zum Mithelfen finden Sie unter: www.so-mobil.ch/smart-mobil/

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