Kanton Solothurn
Kurzarbeit, Homeoffice und Arbeitsweg: Neun Fragen und Antworten zur Steuererklärung während Corona

Die Coronakrise hat unter anderem auch einen Einfluss auf das Ausfüllen der Steuererklärung im Kanton Solothurn. Durch Kurzarbeit und Homeoffice entstehen neue Bedingungen. Wir beantworten neun Fragen zum Thema Corona und Steuererklärung.

Sophie Deck
Merken
Drucken
Teilen
Wer wegen Corona im Homeoffice arbeitet, darf trotzdem weiterhin sein GA in der Steuererklärung deklarieren.

Wer wegen Corona im Homeoffice arbeitet, darf trotzdem weiterhin sein GA in der Steuererklärung deklarieren.

Bild: Severin Bigler

Durch die Coronapandemie hat sich der Arbeitsalltag vieler grundlegend verändert. Kurzarbeit, Homeoffice, Arbeitsweg mit dem Auto statt mit dem ÖV – all dies hat Auswirkungen auf den Lohn, die Spesen und somit auch auf die Steuererklärung.

«Trotz der weitreichenden Auswirkungen der vom Bund und den Kantonen beschlossenen Massnahmen ergeben sich keine grundsätzlichen Änderungen der bisherigen Praxis im Steuerrecht», schreibt das Steueramt Kanton Solothurn auf ihrer Website.

Folgend klärt das Amt in einem Dokument die wichtigsten steuerrechtlichen Fragen, die sich im Zusammenhang mit der Pandemie ergeben. Wir haben neun davon für Sie ausformuliert:

1. Wenn ich durch Homeoffice tiefere Berufsauslagen habe (zum Beispiel kein GA und keine auswärtige Verpflegung mehr), muss ich das bei der Steuererklärung anpassen?

Nein. Es dürfen weiterhin die üblichen Berufsauslagen deklariert werden, so wie sie beim Arbeitsplatz vor der Pandemie angefallen wären. Man darf also den Preis eines GA deklarieren, das man nicht benützt oder besitzt, oder von Essen, das man stattdessen zu Hause kocht.

2. Kann ich Abzüge für mein Arbeitszimmer im Homeoffice machen?

Theoretisch ja, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind: Die Arbeit zu Hause ist notwendig, weil sonst kein geeigneter Raum besteht. Dies ist durch die Bestimmungen des Bundesrates aufgrund der Pandemie erfüllt. Und für die Arbeit zu Hause ist ein bestimmtes Zimmer reserviert, das hauptsächlich zum Arbeiten genutzt wird. Dies gilt auch, wenn ein Zimmer dauerhaft zu diesem Zweck «umfunktioniert» wurde. Macht man diese Abzüge, werden jedoch auch die Abzüge für Fahr- und Verpflegungskosten entsprechend der Homeoffice-Tage angepasst.

3. Wenn ich nun neu, wegen der Pandemie, von meinem Arbeitgeber für Homeoffice durch eine Spesenpauschale entschädigt werde, muss ich dieses Geld versteuern?

Bis zu einem monatlichen Betrag von 50 Franken müssen solche Entschädigungen nicht versteuert werden, und zwar solange die Gesamtsumme nicht mehr als 500 Franken beträgt. Wird dieser Betrag überschritten, ist das Geld steuerpflichtig. Auch muss der Arbeitgeber diese Pauschalentschädigung immer auf dem Lohnausweis angeben.

4. Wo muss ich die Entschädigung für Kurzarbeit deklarieren?

Wenn die Kurzarbeitsentschädigung direkt vom Arbeitgeber ausgestellt worden ist, wird sie bei einem Haupterwerb unter Ziff. 100/101 deklariert, bei einem Nebenerwerb unter Ziff. 110/111. Ist die Entschädigung nicht direkt vom Arbeitgeber ausgestellt worden, ist sie unter Ziff. 230/231 zu deklarieren.

5. Wenn ich nun wegen Corona statt mit dem ÖV mit dem Auto zur Arbeit gefahren bin, kann ich die Kosten für das Auto von den Steuern abziehen?

Ja, für einen gewissen Zeitraum. Gehört man nicht zur Risikogruppe, kann man für die Zeit von Mitte März 2020 bis Mitte Juni 2020 die Kosten für das Auto abziehen. Die Nutzung des ÖV wird in diesem Zeitraum nicht als zumutbar erachtet. Für Personen, die besonders gefährdet sind, also zur Risikogruppe gehören, gilt dies von Mitte März 2020 bis zum 31. Dezember 2020.

6. Wenn die Kantine bei der Arbeit schliesst und ich nun mehr für mein Essen ausgeben muss, kann ich das auch abziehen?

Ja. Wenn man über mehrere Wochen mehr für sein Essen bezahlt, kann man diese Mehrkosten geltend machen. Hat der Arbeitgeber keinen Hinweis dazu auf dem Lohnausweis angebracht, muss man die entsprechenden Belege der Steuererklärung beilegen.

7. Wenn ich selbstständig erwerbend bin, welche Hilfen und Entschädigungen sind dann für mich steuerpflichtig?

Steuerpflichtig sind Entschädigungen für Erwerbsausfall (Taggelder) sowie Ausfallentschädigungen für Kulturschaffende. Der Zinserlass bei kantonalen Mietobjekten, die Mietzinsreduktion von Geschäftsräumen, Ausfallentschädigungen sowie Überbrückungshilfen für Kindertagesstätten sind in der Jahresrechnung zu berücksichtigen. Steuerfrei sind Überbrückungshilfen für Selbstständigerwerbende dann, wenn sie aus den staatlichen Überbrückungsfonds stammen.

8. Ändert sich etwas für die Abzüge für Kinderbetreuungskosten?

Nein. Kinderbetreuungskosten sind nach wie vor vollständig abziehbar. Dafür gelten die gleichen Bedingungen wie zuvor. Ab der Steuerperiode 2020 können jedoch neu 12'000 Franken anstatt wie bisher 6'000 Franken abgezogen werden.

9. Welche oben genannten Punkte haben einen Einfluss auf den Lohnausweis?

Für das Ausfüllen des Lohnausweises relevant sind Kurzarbeitsentschädigung und Pauschalspesen für das Homeoffice. Kurzarbeitsentschädigungen müssen in Ziff. 7 des Lohnausweises ausgewiesen werden. Pauschalspesen für das Homeoffice in Ziff. 13.2.3 mit Vermerk «Home-Office» oder in Ziff. 15.