Kanton Solothurn
«Ich habe mein Passwort vergessen»: Das beschäftigt im Zusammenhang mit der Online-Steuererklärung

Seit 2020 können Steuerpflichtige im Kanton Solothurn die Steuererklärung komplett online erfassen und einreichen. Das wird 2021 schon reger genutzt als noch vor einem Jahr – und auch die Rückmeldungen zum neuen Tool haben sich geändert.

Noëlle Karpf
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«Neu» im vergangenen Jahr: Die Steuererklärung kann komplett online erfasst und eingereicht werden.

«Neu» im vergangenen Jahr: Die Steuererklärung kann komplett online erfasst und eingereicht werden.

Zvg

Am Mittwoch ist die letzte Gelegenheit: Bis und mit 31. März kann die Steuererklärung 2020 ausgefüllt und eingereicht werden. Ausser natürlich, Sie haben das dicke Couvert erhalten und als Erstes den hellblauen Zettel unterschrieben und eingereicht – und so die Frist zur Abgabe verlängert.

Wie viele bis und mit 31. März pünktlich abgeliefert haben, kann Thomas Fischer, Chef des kantonalen Steueramts, noch nicht sagen. Die Daten folgen in ein paar Tagen. Am Dienstag ist aber schon mal bekannt: 45'500 Steuererklärungen sind bisher eingegangen. Gesamthaft werden jährlich rund 170'000 Steuererklärungen an Steuerpflichtige des Kantons Solothurn verschickt.

Thomas Fischer, Chef Steueramt Kanton Solothurn.

Thomas Fischer, Chef Steueramt Kanton Solothurn.

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Rund 45 Prozent davon, so sagt Fischer weiter, seien elektronisch eingereicht worden – das sind rund 20'500 Steuererklärungen. «Das ist ein ganz toller Wert.» Seit 2020 kann die Steuererklärung im Kanton Solothurn online ausgefüllt und eingereicht werden – also gänzlich ohne Papier. Zuvor gab es zwar schon eine Desktop-Variante für den Computer, die Steuererklärung musste dann aber doch noch ausgedruckt und eingereicht werden.

Letztes Jahr, so zieht der Steueramtschef den Vergleich, seien ebenfalls im März erst rund 13'000 Steuererklärungen elektronisch eingereicht worden, also rund 7000 weniger als in diesem Jahr. «Dieser Anstieg war zu erwarten», so Fischer. «Den haben wir uns ja auch erhofft.» Denn der elektronische Weg soll Papier – aber auch Zeit und Geld sparen; denn was auf Papier eintrifft, muss immer noch eingescannt werden.

Steuererklärung pünktlicher eingereicht? Noch kein Trend feststellbar

Eine Hoffnung im Zusammenhang mit dem Online-Tool «eTax» von der Ringler Informatik AG, das es seit 2020 gibt, war auch, dass mehr Steuerpflichtige ihre Erklärung früher einreichen. Ein solcher Trend lässt sich derzeit nicht feststellen. Gerade dazu fehlen aber auch noch die Daten. Wie erwähnt kann der blaue Zettel zur Fristverlängerung bis und mit 31. März abgegeben werden – das heisst, es ist noch nicht klar, wie viele Steuerpflichtige das getan haben. Und: Direkt vergleichen lässt sich diese Zahl ohnehin nicht mit dem vergangenen Jahr. Das liegt an der Pandemie. Aufgrund von Corona wurde die Frist zur Einreichung der Steuererklärung im vergangenen Jahr nämlich automatisch verlängert.

Das Telefon läutet nicht mehr sturm

Was 2021 sicher anders ist als 2020: Im letzten Jahr lief die Beratungshotline zum damals ganz neuen Steuererklärungstool völlig auf Sturm. Es gab Fragen – aber auch Kritik. Dass etwa die Desktop-Version besser gefallen habe, weil man sich dort durch die einzelnen Formulare der Steuererklärung klicken konnte. Das neue Tool besteht aus verschiedenen Masken, in welchen man Angaben zur Person, zum Lohn und zu Versicherungsprämien machen kann.

«Es ist deutlich ruhiger als letztes Jahr», so der Steueramtchef. Es gebe schon auch noch Fragen.

«Wobei am meisten zurückgemeldet wird: ‹Ich habe mein Passwort vergessen – wie kann ich das zurücksetzen?›.»

Wie schon im vergangenen Jahr gebe es auch positives Feedback zur Online-Lösung. Oder konstruktive Kritik. Diese gehe zum Teil sehr in die Details. «Was wir aber sicher aufnehmen, sind Anregungen zur Anzeige des Tools auf dem Tablet», so Fischer. Auch auf diesem kann die Steuererklärung ausgefüllt werden. Nur: Man scrollt sich dann von Punkt zu Punkt durch und hat den Überblick nicht. Wenn man kontrollieren will, was man zuvor eingegeben hat, muss man wieder hochscrollen. «Diese Kritik ist absolut nachvollziehbar», so Fischer. Im Mai finde ein Austausch statt mit Vertretern aus den Kantonen Ob- und Nidwalden, die mit demselben Online-Tool arbeiten. Unter anderem diesen Punkt wird die Solothurner Vertretung dann einbringen.

Unterm Strich bilanziert Fischer: «Das Tool verhebt – und es wird gut genutzt.» Dazu ist offiziell bis Mittwoch noch Zeit – ausser eben, Sie haben den hellblauen Zettel zur Fristverlängerung schon eingeworfen.