Die Jahresrechnung zeigt ein «wenig erfreuliches Ergebnis», wie Finanzdirektor Roland Heim (CVP) am Mittwoch vor den Medien in Solothurn festhielt. Nach einem Volksentscheid finanzierte der Kanton mit 1,091 Milliarden die Pensionskasse Kanton Solothurn aus.

Lage bleibt angespannt: Andreas Bühlmann, Roland Heim und Beat Loosli (v.l.) erläutern die Staatsrechnung.

Lage bleibt angespannt: Andreas Bühlmann, Roland Heim und Beat Loosli (v.l.) erläutern die Staatsrechnung.

Für den Finanzdirektor steht fest, dass der Kanton im letzten Jahr eigentlich gut unterwegs war. Das operative Ergebnis der Verwaltungstätigkeit weist ein Defizit von 8,6 Millionen Franken aus - bei einem Aufwand und Ertrag von je rund 1,9 Milliarden Franken.

Budgetiert war ein Defizit von 73,7 Millionen Franken. Im Vorjahr hatte das operative Ergebnis mit einem Minus von 95 Millionen Franken geendet.

Zu Hilfe kamen dem Kanton 2015 die nicht budgetierte und doppelte Gewinnausschüttung der Schweizerischen Nationalbank (SNB) sowie bessere Abschlüsse bei den Globalbudgets. Auch das vom Parlament beschlossene Sparprogramm begann zu wirken. Der Ertrag der Staatssteuern stieg auf 806 Millionen Franken.

Finanzdirektor Roland Heim zum Milliardendefizit

Finanzdirektor Roland Heim zum Milliardendefizit

Eigenkapital schmilzt weg

Mit 98,5 Millionen Franken investierte der Kanton mehr als im Vorjahr. Das freie Eigenkapital schmolz weg wie Schnee an der Sonne: Es bleiben noch 21,1 Millionen Franken. Erstmals seit 2011 erreichte der Selbstfinanzierungsgrad mit 63 Prozent wieder einen positiven Wert.

Mehr als budgetiert gab der Kanton für die Spitalfinanzierung, die Volksschule, die Prämienverbilligung, für den Zinsendienst und für die Ergänzungsleistungen aus.

Die Nettoverschuldung des Kantons verdoppelte sich auf 1,4 Milliarden Franken. Das entspricht einer Pro-Kopfverschuldung von 5260 Franken. (sda)