Ab 2020 sind alle Kantone verpflichtet, ein Krebsregister zu führen. Dann tritt nämlich das eidgenössische Krebsregistrierungsgesetz in Kraft. Um auf nationaler Ebene über vollzählige Daten zu verfügen, wird für Spitäler sowie für Ärzte ab 2020 eine Meldepflicht von Krebskranken eingeführt. Der Kanton Solothurn schliesst sich bereits per 1. Januar 2019 dem Krebsregister Bern an, das von der Universität Bern geführt wird. Dies teilte der Kanton am Donnerstag mit.

Wichtige Grundlage für die Früherkennung und Behandlung

Mit dem Register werden alle Krebserkrankungen vollzählig und einheitlich erfasst. Damit können das Auftreten der einzelnen Krebserkrankungen in den verschiedenen Bevölkerungsgruppen und die Veränderungen im Laufe der Zeit bestimmt werden. Ausserdem können durch diese Daten Risikogruppen aufgezeigt und Behandlungsverläufe in der Bevölkerung ermittelt werden. Der Regierungsrat ist überzeugt, dass dadurch die Prävention, Diagnose und Behandlung von Krebserkrankungen verbessert werden kann.  

Weiter erachtet die Regierung ein kantonales Krebsregister als Voraussetzung für die Einführung von flächendeckenden Krebs-Früherkennungsprogrammen wie Brustkrebs- und Darmkrebs-Screening. 

Dem Regierungsrat ist die Wahrung der Privatsphäre der Patienten ein wichtiges Anliegen, heisst es in der Mitteilung weiter. Das Krebsregister Solothurn untersteht strengen Datenschutzbestimmungen. Zusätzlich behalten Patienten mit dem Vetorecht das letzte Wort über die Weitergabe ihrer Daten. (sks)