Evaluation
Kanton Solothurn fördert erfolgreich Nachwuchs bei Hausärzten

Das Solothurner Praxisassistenzprogramm Hausarztmedizin ist erfolgreich und dient dem Nachwuchs als Steigbügel in den späteren Praxiseinstieg. Dies zeigt eine aktuelle Evaluation.

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70% der Teilnehmenden wählte nach Abschluss den Praxiseinstieg im Kanton Solothurn. (Symbolbild)

70% der Teilnehmenden wählte nach Abschluss den Praxiseinstieg im Kanton Solothurn. (Symbolbild)

Thinkstock

Im Auftrag des Gesundheitsamts des Kantons Solothurn hat das Berner Institut für Hausarztmedizin (BIHAM) das Programm Praxisassistenz systematisch untersucht. Das Programm besteht seit 2008 und wird im Rahmen eines Leistungsauftrags durch die Solothurner Spitäler AG (soH) umgesetzt, gemeinsam mit dem Verein Haus- und Kinderärzte Solothurn (HASO).

Der Kanton und die beteiligten Stellen ziehen ein durchwegs positives Fazit, wie es in einer Medienmitteilung der Staatskanzlei Solothurn heisst. Zwischen 2008 und 2018 seien 69 Praxisassistenzen realisiert und vom Kanton mitfinanziert worden. 70% der ehemaligen Praxisassistenz-Ärzte würden heute in einer Gruppenpraxis als Hausärztin oder Hausarzt arbeiten; nur gerade 10% der Teilnehmenden habe sich nach Abschluss gegen eine Anstellung in der Grundversorgung entschieden.

Die Mehrheit (70%) wählte dabei den Praxiseinstieg im Kanton Solothurn, die Übrigen entweder ausserkantonal oder vereinzelt im Ausland. Die Evaluation zeigt ausserdem, dass die Erfahrungen durch die Weiterbildung für 90% der ehemaligen Praxisassistenz-Ärztinnen und -Ärzte wichtig oder sehr wichtig für die spätere Praxistätigkeit war.

«Die Förderung der Hausarztmedizin bleibt weiterhin ein zentraler Fokus der Gesundheitspolitik im Kanton Solothurn», heisst es im Communiqué weiter. «Ich freue mich sehr über die positiven Ergebnisse des Praxisassistenzprogramms», wird Regierungsrätin Susanne Schaffner zitiert. «Das erfolgreiche Instrument soll auch in Zukunft weitergeführt werden. Sofern der Kantonsrat die erforderlichen Mittel zur Verfügung stellt, kann ich mir eine Ausweitung des Programms sehr gut vorstellen». (sks)

Praxisassistenz

Gut ausgebildete, kompetente Hausärztinnen und Hausärzte sind das Rückgrat einer qualitativ hochstehenden Grundversorgung der Bevölkerung. Damit angehende Hausärztinnen und Hausärzte von einer praxisnahen Ausbildung profitieren können, hat der Regierungsrat am 18. Dezember 2007 einen Leistungsauftrag für die Praxisassistenz an die Solothurner Spitäler AG (soH) erteilt.

Die Praxisassistentenstellen dauern in der Regel 6 Monate zu 100%. Die Praxisassistenten werden von der soH angestellt und erhalten den gleichen Lohn wie bei einer Assistenztätigkeit am Spital. Der Lohn wird durch die soH bezahlt, wobei die Lehrpraktiker 20% der Bruttolohnkosten übernehmen. Der Kanton beteiligt sich mit jährlich rund 500'000 Franken an den Ausbildungsplätzen.

Auf die aktuell neun Ausbildungsstellen können sich alle Assistenzärzte und Assistenzärztinnen mit Ausbildungsziel Hausarzt (Allgemeine Innere Medizin FMH) oder Kinder- und Jugendmedizin FMH bewerben. (sks)