1. August
Feuerwerksverbot dank Regen kein Thema im Kanton Solothurn – befeuert das den Verkauf von Vulkan, Rakete und Co.?

Es hat viel geregnet in den letzten Wochen. Mit einem Feuerwerksverbot wegen Trockenheit muss nicht gerechnet werden. Schlägt sich das bei den Verkäufen von Feuerwerk nieder? Welche Erfahrungen machen die Verkäufer in der Region?

Lea Durrer
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Feuerwerksverkauf bei der Keller Fahnen AG in Biberist. Im grossen Zelt werden über 400 Artikel angeboten.

Feuerwerksverkauf bei der Keller Fahnen AG in Biberist. Im grossen Zelt werden über 400 Artikel angeboten.

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«Der Verkauf läuft gut, die Umsätze sind konstant», meint Andrea Andreotti. Der Geschäftsführer der Keller Fahnen AG spürt, dass die öffentlichen Feuerwerke nicht stattfinden. Das führe dazu, dass das Geschäft «ein bisschen besser» laufe als sonst.

Der nasse Sommer hat für Andrea Andreotti einen Vorteil: «Die Leute müssen sich dieses Jahr keine Sorgen machen, dass sie das gekaufte Feuerwerk nicht abbrennen können.» Denn ein Feuerwerksverbot wie zuletzt im 2018 ist kein Thema.

Andrea Andreotti (Archiv)

Andrea Andreotti (Archiv)

Tina & Thomas Ulrich

Dass deswegen aber früher Feuerwerk eingekauft wurde, hat der Geschäftsführer nicht festgestellt. Der grösste Ansturm wird erst noch erwartet: Die letzten drei Tage vor dem 1. August seien stets die stärksten, meint Andreotti. Der Feuerwerksverkauf in Biberist startete am 24. Juli und dauert noch bis am 31. Juli. Von 9 bis 18 Uhr werden im über 200 Quadratmeter grossen Zelt über 400 Feuerwerksartikel und 1. August-Dekoration angeboten. Zum Beispiel eine Monster Knall Rakete oder ein Double Thunder. Am meisten würden laut dem Geschäftsführer Vulkane und Batterien über die Ladentheke gehen. Viele Kunden bestellten aber auch online und liessen sich die Knaller nach Hause liefern.

Ebenfalls in einem weissen Zelt, aber auf kleinerer Fläche wird seit Mittwoch auf dem Parkplatz vor dem Restaurant Frohsinn in Erlinsbach (SO) «das grösste Sortiment in der Region» angeboten. Jeweils von 9 bis 19 Uhr.

Kein Feuerwerk in der Migros

Bei den grossen Detailhändlern sieht die Sache mit dem Verkauf unterschiedlich aus. Kein Feuerwerk findet man schon seit Längerem in den Migros-Filialen der Region. Die Genossenschaft Migros Aare hat im Dezember 2018 mitgeteilt, künftig auf den Verkauf von Feuerwerk zu verzichten. Dies unter anderem wegen der Klimaerwärmung. Wegen heissen und trockenen Sommern könne es vermehrt zu Feuerwerksverboten kommen. Das würde den Absatz einbrechen lassen, eine Planungssicherheit bestehe nicht.

Die Genossenschaft Migros Aare war bei diesem Entscheid Vorreiter. Andere Genossenschaften wie Luzern oder Ostschweiz folgten im Sommer 2019 dem Beispiel. Im Migros Aare-Gebiet wird der 1. August aber natürlich nicht komplett aus dem Angebot gestrichen. Es gibt Lampions, Bengalzündhölzer und Fahnen.

Auch die Landi Bucheggberg-Landshut verzichtet auf einen Verkauf. Dies hatte der Laden bereits in Vorjahren aus Rücksicht gegenüber Heim- und Wildtieren entschieden. Andere Landi-Läden bieten aber sehr wohl Produkte an, «damit Ihr Fest garantiert ein voller Erfolg wird».

Coop ist zufrieden mit Verkauf

Detailhändler Coop hingegen verkauft weiterhin Feuerwerk, aber nicht in jeder Filiale. Im Kanton Solothurn finden Kundinnen und Kunden seit Anfang Woche entsprechende Artikel in Biberist, Egerkingen Gäupark, Hägendorf, Schönenwerd sowie im Coop City Olten. «Wir sind mit dem bisherigen Abverkauf zufrieden», teilt Mediensprecher Patrick Häfliger mit. «Erfahrungsgemäss kaufen die Schweizerinnen und Schweizer Feuerwerk oftmals kurzfristig.» Dass ein Feuerwerksverbot diesen Sommer kein Thema ist, hatte offenbar keinen Einfluss auf die Verkaufsplanung. Die Nachfrage sei seit Jahren stabil, heisst es.

Etwas unterhalb des Vorjahres liegt aktuell der Verkauf von Feuerwerksartikeln im Jumbo Solothurn. Dort gibt es seit dem 24. Juli Feuerwerk zu kaufen. Die bisher vorliegenden Zahlen seien aber wenig aussagekräftig, betont Mediensprecher Nils Tiedemann. Erfahrungsgemäss würden Feuerwerksartikel in den letzten Tagen vor dem 1. August gekauft. «Bei den schweizweiten Zahlen liegen wir leicht über den Vorjahreswerten.»

Und wegen dem Regen`«Wir stellen kein wesentlich anderes Kaufverhalten gegenüber dem Vorjahr fest», sagt Tiedemann.

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