Kanton Solothurn
Eltern ärgern sich über Informationschaos rund ums Kinder-Impfen

Solothurn oder Breitenbach? – Für kurze Zeit war für einige Eltern unklar, wo ihre Kinder denn nun gegen Covid-19 geimpft werden.

Rebekka Balzarini
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Die Solothurner Impfwebseite sorgte kurze Zeit für Verwirrung (Symbolbild).

Die Solothurner Impfwebseite sorgte kurze Zeit für Verwirrung (Symbolbild).

Alessandro Crinari / KEYSTONE

Am Montag gab der Fachstab Pandemie in einer Medienmitteilung bekannt: Der Impftag für Jugendliche von 12 bis 15 Jahren findet im Impfzentrum in Solothurn statt. Bei einigen Eltern sorgte dies für Verwirrung oder gar Ärger: Ihnen war nämlich noch am Sonntag von der kantonalen Hotline erklärt worden, ihre Kinder könnten nur im Impfzentrum in Breitenbach geimpft werden. Das berichtet eine Mutter, die ihre Kinder am Wochenende für einen Impftermin anmeldete.

Laut Angaben der im Kanton wohnhaften Frau hätten sie und andere Elternpaare am Wochenende versucht, ihre Kinder für einen Impftermin anzumelden. Auf der Website des Kantons steht bereits seit einigen Tagen die Information, dass Jugendliche vorerst nur im Impfzentrum Solothurn geimpft würden. Nur: Anmelden konnten die Eltern ihre Kinder nicht in Solothurn.

«Was auf der Website steht und was bei der Anmeldung online aufgeführt wurde, war leider nicht identisch»,

hält die Mutter dazu fest. Sie hätte lediglich Breitenbach als Impfstandort anwählen können. Darauf sei sie stutzig geworden, und habe sich bei der kantonalen Hotline gemeldet. Aber auch dort habe man ihr versichert: Die Jugendlichen würden nur in Breitenbach geimpft. Die gleiche Antwort hätten auch Bekannte erhalten, und einige hätten sich deshalb dazu entschlossen, ihre Kinder vorerst nicht impfen zu lassen. Breitenbach sei ihnen «zu kompliziert» erschienen, erzählt die Betroffene.

Fachstab weist Probleme zurück

Auf die Erfahrungen der Mutter angesprochen, will der Fachstab Pandemie nichts von einer Verwirrung bei der Anmeldung für Jugendliche wissen. «Seit Versand der Medienmitteilung funktioniert die Anmeldung für die Impftage wie geplant reibungslos», heisst es vom Fachstab am Montag auf Anfrage. Schon nach kurzer Zeit hätten sich bereits 50 Personen für einen Termin im Impfzentrum in Solothurn angemeldet.

Mit den Vorwürfen der Mutter konfrontiert, weist der Fachstab die Verantwortung auf die Eltern, die sich zu früh für einen Impftermin hätten anmelden wollen.

«Die Person hat sich offenbar angemeldet, bevor das offizielle Anmeldetool online war»,

heisst es vom Fachstab. «Offiziell funktioniert die Anmeldung für Jugendliche ab 12 Jahren seit dem Versand unserer Medienmitteilung – und das einwandfrei.» Anmeldungen, die vorher eingegangen seien, würden automatisch auf die Impftage in Solothurn geschoben. Immerhin dies hat laut Angaben der Mutter tatsächlich geklappt: Per SMS wurde sie darüber informiert, dass ihre Impftermine in Breitenbach in das Impfzentrum in Solothurn verschoben worden seien.

Dass Kinder nur in Solothurn geimpft werden, nervt wiederum einen Vater aus dem Bezirk Dorneck. Er stört sich daran, dass Jugendliche aus dem Schwarzbubenland dafür nach Solothurn fahren müssen. «Es können nicht mal Termine für Geschwister zusammengelegt werden. Da muss man sich nicht wundern, wenn die Impfwilligkeit rapide abnimmt», schreibt er verärgert. Gerade für Jugendliche aus weniger zentralen Gemeinden wäre es laut ihm praktischer, wenn sie sich auch in Nachbarkantonen impfen lassen könnten. Längerfristig könnte das möglich sein: Sich in anderen Kantonen impfen zu lassen ist nicht verboten, und ab August können sich die Jugendliche zu den gleichen Bedingungen wie Erwachsene für Impfungen anmelden.