Braucht es ein besseres Kindernotfall-Angebot im Kanton? Das war die Frage, die der Kantonsrat am Mittwoch aufgrund einer Interpellation von Simon Bürki (SP, Biberist) zu diskutieren hatte. Denn heute gibt es in keinem Solothurner Spital einen Kindernotfalldienst. Nachts müssen Solothurner Eltern auch mal nach Bern, Aarau, Basel oder Biel ins Spital fahren.

Einzig zwischen 8 und 20 Uhr ist am Bürgerspital Solothurn eine private Kinder-Gruppenpraxis geöffnet. Von 20 bis 8 Uhr beurteilen Ärzte der Notfallstation die Kinder. «Wir haben keine feudale, aber eine verantwortbare Situation», so Thomas Studer (CVP, Selzach) als Sprecher der Mitte-Fraktion.

Es gibt eine genügende Abdeckung durch Spitäler, die innert Kürze erreichbar sind» – auch wenn Eltern gerne möglichst nahe einen Notfalldienst hätten. 1,5 Kinder werden im Schnitt nachts ans Bürgerspital gebracht. Von einer «guten und effizient gelösten Zusammenarbeit mit den Nachbarkantonen» sprach auch FDP-Sprecher Daniel Cartier (Gretzenbach). Und SP-Mann Simon Bürki hielt einen Rund-um-die-Uhr-Dienst mit Blick auf die ihm nun vorgelegten Zahlen für nicht finanzierbar. «Es ist unvermeidlich, dass gewisse Wege in Kauf genommen werden müssen», betonte SVP-Sprecherin Stephanie Ritschard (Riedholz).

Regierungsrätin Susanne Schaffner (SP) betonte entgegen anders lautenden Befürchtungen, dass es beim Spitalneubau in Solothurn für die Kinderpraxis nicht eng werde. Sie sei mindestens im gleichen Rahmen gewährleistet. Bereits zuvor hatte die Regierung in ihrer Antwort weitergehende Massnahmen erwogen. So werde mit dem Notfallzentrum am Inselspital eine vertiefte Zusammenarbeit geprüft. Bereits heute können die Solothurner Notfallärzte dort zwischen 20 und 8 Uhr bei fachlichen Fragen anrufen.

Zudem wird die Telefonberatung für Eltern während 365 Tagen sichergestellt. Geprüft wird, ob die kostenpflichtigen Anrufe von Eltern, die die Alarmzentrale an ausserkantonale Kliniken weiterleitet, unentgeltlich angeboten werden könnten. «Es ist viel gemacht worden», sagte Doris Häfliger (Grüne, Solothurn). (lfh)