Kanton Solothurn
Begeisterter Nachwuchs: Jugend Brass Band Konzert

Die Jugend Brass Band des Solothurner Blasmusikverbandes liess hören, was sie im einwöchigen Lager alles dazu gelernt hat.

Hans Blaser
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Die A-Band unter Bertrand Moren.

Die A-Band unter Bertrand Moren.

Hans Blaser

Am Wochenende feierte die Jugend Brass Band (JBB) des Solothurner Blasmusikverbandes mit dem Lager-Schlusskonzert ein kleines Jubiläum. Es war das 20. Lager. Das war so gar nicht geplant. Mit Anlässen, verteilt im Jubiläumsjahr 2002, wurde das 100-Jahr-Jubiläum begangen. Davon sollte auch der Nachwuchs mit je einem Lager für Harmonie- und für Brass-Band-Besetzung profitieren. Je ein namhafter Dirigent soll in einem einwöchigen Lager für Jugendliche bis 22 Jahre ein Konzertprogramm einstudieren und aufführen. Für ein Orchester reichte es nicht, für eine Brass Band aber schon und die wurde ein dauerhafter Erfolg.

Gastsolist mit europaweitem Ruf

Ab 2005 zwang die Beteiligung erstmals zur Teilung in eine A- und eine B-Band. Also brauchte es ab da immer zwei Dirigenten. Diesmal war es Bertrand Moren für die A-Band und Florian Lang für die B-Band, welche wie üblich das Konzert eröffnete. Faszinierend, welche Kompositionen diese jungen Leute jeweils schon bewältigen können. Um Impulse setzen zu können, wurde jeweils eine Gastsolistin oder ein Gastsolist verpflichtet. Die hatten und haben die Lagerteilnehmer mit dem gleichen Instrument individuell zu instruieren und zu fördern. Gleichzeitig sollen sie ein – und ab 2005 zwei – Solostück(e) für sich selber mitbringen, damit die Band üben kann, wie ein Solo zu begleiten ist. Nach Möglichkeit wurden dabei Wünsche aus der Band berücksichtigt.

Diese «Stars» brachten bisher solche Blas- oder Perkussionsinstrumente mit, die in die Besetzung gehören. Diesmal lag der Solist mit seinem Instrument – der Trompete – nur knapp daneben. Gewonnen werden konnte mit Thomas Gansch einer der bekanntesten und vielseitigsten Trompeter Europas. Tradition hat bei der JBB neben dem professionellen «Star-Solo» auch das «Band-Solo».

Dazu können die Lagerteilnehmer zu Hause ein Solo einstudieren und im Lager damit am Wettbewerb teilnehmen. Nur das Siegersolo fliesst dann ins Konzertprogramm ein. Die verschiedensten Instrumente waren bisher dabei vertreten. Diesmal erhob sich die junge Jasmin Saner dazu vom Principal-Stuhl. Es gab aber nicht das erwartete Cornet-Solo. Sie legte ihr Instrument weg und griff zu einem Mikrofon. Erstmals war das Band-Solo also kein Instrumental-, sondern ein Gesangsstück. Zum Titelsong zum Bond-Film «Skyfall» lagen natürlich die Noten zum passenden Arrangement auf den Notenpulten der A-Band.

Bertrand Moren Gastdirigent der A-Band.
4 Bilder
Die A-Band unter Bertrand Moren.
Jasmin Saner, Beinwil, beim Band-Solo.
Die A-Band unter Bertrand Moren verabschiedet sich vom Publikum.

Bertrand Moren Gastdirigent der A-Band.

Hans Blaser

Ein wenig Jubiläum muss dann doch sein

Also das Konzert wie immer, bloss mit anderen Teilnehmern? Nein, das doch nicht. Ein wenig Jubiläum muss sein, fand der Solothurner Blasmusikverbandes (SOBV) und liess «Jubilee Celebration» komponieren. Damit eröffnete die A-Band ihren Konzertteil mit den jubelnden Fanfarenklängen der druckfrischen Auftragskomposition unter der Direktion des Komponisten. Für seine Freunde vom SOBV habe er sie geschrieben, liess Bertrand Moren das Ansagerpaar ausrichten.

Als Zugabe liess Moren die A-Band den «Solothurner Marsch» spielen. Damit blieb man auch da wiederum bei der Tradition. Bertrand Moren sagte ihn selber an, allerdings nicht mit seinem Titel, sondern als etwas komisches Musikstück. Offensichtlich meinte er damit rein sprachlich den Titel und nicht die Komposition.

Die kennt man natürlich, auch wenn sie in der Romandie nicht unbedingt zum Standardrepertoire gehört. Geschrieben hat ihn Stephan Jaeggi eigentlich für die Stadtmusik Solothurn. Mittlerweile wird der «Solothurner Marsch» jedoch quasi als Kantonshymne betrachtet und behandelt.

Der Marsch ist nicht ganz einfach zu interpretieren, trotzdem spielt ihn aber jeder Musikverein im Kanton – wenn auch nicht ganz alle so gut, wie ihn die jungen Brasser in den Konzertsaal zu holen vermochten.

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