Das Projekt für ein «Klosterhotel» Solothurn hängt zwischen den privaten Initianten und dem skeptischen Liegenschaftsbesitzer Kanton weiterhin in der Schwebe. Der Staat setzt laut Kantonsbaumeister Bernhard Mäusli nach wie vor auf eine Neunutzung, «die den Kanton nicht Geld kostet, sondern Geld einbringt».

300 000 Franken Jahreskosten?

Noch aber muss der Staat Solothurn als Liegenschaftsbesitzer Jahr für Jahr höhere Kosten tragen, als er Einnahmen aus Vermietungen für die verschiedensten Anlässe generieren kann. Laut kursierenden Gerüchten soll der Kanton angeblich jährlich 300 000 Franken in den Unterhalt der 400-jährigen Gemäuer stecken. Davon könne keine Rede sein, winkt Bernhard Mäusli dezidiert ab: «Unter dem Strich kostet das Kloster den Kanton netto rund 1900 Franken pro Monat», macht der Kantonsbaumeister geltend.

Seit dem Auszug der Kapuziner aus ihrem früheren Wirkungsort vor 11 Jahren habe der Kanton im Durchschnitt «jährlich 57 000 Franken für Betriebskosten und rund 40 000 Franken Unterhaltskosten ausgegeben», nennt Mäusli die offiziellen Zahlen. Diesen Gesamtausgaben von 97 000 Franken würden Einnahmen aus Vermietungen von jährlich 75 000 Franken gegenüberstehen. Dabei seien die Erträge für kantonsinterne Nutzungen wie Sitzungen, Workshops, Seminare und so weiter nicht berücksichtigt.

Die Einnahmen liessen sich gemäss Mäusli dann steigern, wenn mehr als nur die nach Absprache mit der Einwohnergemeinde Solothurn auf 50 pro Jahr limitierten Veranstaltungen durchgeführt werden könnten. Dazu müssten aber entsprechende Verhandlungen geführt werden, wobei auch die Interessen der Anwohner gewahrt werden müssten.

Versicherungswert: 14 Millionen

Im letzten Jahr seien Kloster und Kirche an das städtische Fernwärmenetz angeschlossen worden, nennt der Kantonsbaumeister die letzte grössere Aufwendung: Damit könne die Beheizung der Anlage «auf lange Zeit» sichergestellt werden, was ein «wesentlicher Teil der Substanzerhaltung» sei. Laut Mäusli hat diese Investition «rund 50 000 Franken gekostet und ist in den Bilanzwert des Klosters eingeflossen». Die gesamte Anlage sei im Finanzvermögen des Kantons verbucht, mit einem Bilanzwert von 2,4 Mio. Franken. Der Gebäudeversicherungswert wird mit rund 14 Mio. Franken angegeben.

Sind grössere Investitionen absehbar? Mäusli: «Wir gehen davon aus, dass bei gleicher Zwischennutzung wie bisher auch die Kosten für Betrieb und Unterhalt im selben Rahmen bleiben werden.» Die Strategie des Kantons sei die «Substanzerhaltung mit minimalen Kosten und eine optimierte Nutzung bezogen auf Aufwand/Ertrag und Sicherheit».

Bei einer grundsätzlichen Veränderung der Nutzung, so macht der Kantonsbaumeister klar, «sind je nach Vorhaben grössere Investitionen notwendig». Insgeheim setzt Mäusli aber immer noch darauf, dass ein solventer Grossinvestor, Marke «Märchenprinz», auftauchen wird, bei dessen tollem Angebot der Kanton gar nicht mehr anders kann, als Ja zu sagen. Vertreter des in Luterbach bauwilligen Biogen-Konzerns haben das Kloster jedenfalls schon besichtigt. Aber nicht nur: Auch Christoph Blocher war schon hier ...