Schmuck
Kanton hat noch nie so viel für Kunst am Neubau eingeplant wie beim Bürgerspital

Der Kunstkredit für den Neubau des Solothurner Bürgerspitals wird total 800'000 Franken betragen. In einer ersten Etappe können sich 10 Kunstschaffende mit Projekten bewerben.

Elisabeth Seifert
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In einer ersten Etappe warten die beiden Innenhöfe des neuen Bettenhauses und die Aussenwand beim Haupteingang auf künstlerischen Schmuck. Projekt Neubau/Hochbauamt

In einer ersten Etappe warten die beiden Innenhöfe des neuen Bettenhauses und die Aussenwand beim Haupteingang auf künstlerischen Schmuck. Projekt Neubau/Hochbauamt

zvg

Auf stolze 340 Millionen Franken kommt der Neubau des Solothurner Bürgerspitals die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler zu stehen. Das kostspieligste Bauprojekt, das der Kanton je an die Hand genommen hat. In diesem Kredit, den das Stimmvolk im Jahr 2012 abgesegnet hat, ist bereits der Betrag für die künstlerische Ausgestaltung integriert.

An ihrer Sitzung vom Montag hat die Regierung den Betrag für eine erste Etappe in der Höhe von 600'000 Franken festgelegt. Für eine zweite Etappe sind dann weitere 200'000 Franken vorgesehen. So viel Geld hat die die Regierung bis jetzt noch nie für den künstlerischen Schmuck eines Neubaus bereitgestellt. Gemessen an den Gesamtkosten relativiert sich der Betrag dann wiederum.

Der Kunstkredit von total 800'000 Franken entspricht 0,25 Prozent der gesamten Baukosten. 0,37 Prozent waren es beim Neubau der Fachhochschule in Olten. Politisch für Furore sorgte in der Vergangenheit vor allem der Kunstkredit für die Justizvollzugsanstalt im Schachen. Eine Beschränkung auf maximal 50'000 Franken pro Bauobjekt, wie dies die SVP forderte, hatte im Kantonsrat allerdings keine Chance.

Kunst für Aussenwand und Höfe

In der ersten Etappe geht es zum einen um den Kunstschmuck der 58 langen Ausswand, die zum Haupteingang des neuen Bürgerspitals führen wird. Zum anderen warten die beiden Innenhöfe im Bettenhaus auf die künstlerische Bearbeitung. Neben dem Kredit von 600'000 Franken hat die Regierung das Wettbewerbsprogramm sowie die Wahl der Kunstkommission genehmigt.

Die Einzelheiten für die zweite Etappe wird der Regierungsrat zu einem späteren Zeitpunkt bewilligen. Dabei wird es vor allem um die Kunst im künftigen Park und im neuen Wirtschaftsgebäude gehen, wie Kantonsbaumeister Bernhard Mäusli auf Anfrage sagte.
Für die erste Etappe haben sich die beiden zuständigen Ämter, das Hochbauamt sowie das Amt für Kultur und Sport, für einen Wettbewerb im «Einladungsverfahren» entschieden.

Bernhard Mäusli: «Im Unterschied zu einem allgemeinen Ausschreibungsverfahren können wir auf diese Weise die Kosten des Verfahrens eher tief halten». Zudem erhoffe man sich von diesem Vorgehen eine entsprechende Qualität der Angebote. Juristisch möglich sei ein solches Verfahren deshalb, weil das Künstlerhonorar im Einzelfall 250 000 Franken nicht überschreitet.

Für das Künstlerhonorar samt der nötigen Bauarbeiten, Lieferungen und Dienstleistungen sind laut Beschluss der Regierung 500'000 Franken vorgesehen. Dazu kommen dann noch 100'000 Franken für die Organisation des Verfahrens, eine allfällige Ausstellung sowie für die die Beitragsentschädigung der am Wettbewerb beteiligten Künstler.

Für den Wettbewerb eingeladen hat die Kunstkommission die folgenden 10 Kunstschaffenden, darunter ein Künstlerpaar, die sich allesamt mit Kunstwerken im öffentlichen Raum profiliert haben: Andreas Hofer (Bremgarten), Reto Emch (Solothurn), Katja Schenker (Zürich), Beat Zoderer Zürich), Sabina Lang/Daniel Baumann (Burgdorf), Christoph Haerle (Zürich), Andrea Wolfensberger (Waldenburg), Renate Buser (Münchenstein), Kerim Seiler (Bern) und Pedro Cabrita Reis (Lissabon).

Die Kunstschaffenden müssen ihre Wettbewerbsbeiträge bis 2. Juni abgeben. Es steht ihnen dabei frei, die Aussenwand und die beiden Innenhöfe im Sinne eines einzigen Gesamtkunstwerks zu bearbeiten – oder auch nur einen der drei Orte. Über den Sommer werden die Wettbewerbsbeiträge von der Kunstkommission, die gleichzeitig als Jury wirkt, unter die Lupe genommen.

Der Kommission gehören neben Vertretern des kantonalen Kuratoriums für Kulturförderung, des Hochbauamtes sowie des Amtes für Kultur und Sport drei Kunstschaffende und Fachexperten an: Bernhard Fibicher (Direktor Musée des Beaux-Art, Lausanne), Josef Felix Müller (Verleger und Präsident Virsarte Schweiz, St. Gallen), Cécile Wick (Künstlerin, Professorin für Fotografie an der Hochschule für Gestaltung und Kunst, Muri).