«Sunnepark»

Kanton eröffnet in Grenchen neue Unterkunft für bis zu 100 Asylsuchende

Der Eingang zur unterirdischen Anlage beim Alten Spital Sunnepark.

Der Eingang zur unterirdischen Anlage beim Alten Spital Sunnepark.

Der Kanton nimmt in den nächsten Tagen in Grenchen eine weitere Asylunterkunft in Betrieb. In der unterirdischen Anlage unterhalb des Pflegeheims «Sunneparks» werden bis zu 100 Asylsuchende einquartiert - alleinstehende Männer.

Der Kanton steht unter Druck, Unterkünfte zu finden. Aktuell werden ihm vom Bund bis zu 100 Asylsuchende pro Monate zugewiesen. Die Behörden hatten Anfang Dezember angekündigt, dass sie das Kurhaus Balmberg als Asylunterkunft anmieten werden. Mitte Monat sind dort auch die ersten Asylsuchenden eingezogen. 120 haben insgesamt Platz - Familien mit Kindern werden auf dem Berg untergebracht.

Trotz der eröffneten Asylunterkunft im Kurhaus Balmberg bleibt die Unterbringungssituation im Asylwesen aber angespannt. «Angesichts der weiterhin hohen Zuweisungszahlen und zur Entlastung der bestehenden Asylunterkünfte muss in Grenchen eine weitere Unterkunft realisiert werden», heisst es in einer Medienmitteilung der Staatskanzlei vom Dienstag. Der Kanton Solothurn nehme dafür sein Nutzungsrecht an der geschützten Operationsstelle (GOPS) beim ehemaligen Spital in Anspruch. 

Schon Anfang nächster Woche werden die ersten von bis zu 100 Asylsuchenden einziehen.

Die unterirdische Anlage der GOPS ist vor allem für die Unterbringung von allein reisenden Männern geeignet. Die operative Betreuung und Führung der Unterkunft und die Aufsicht rund um die Uhr werden der Firma ORS Service AG (ORS) übertragen. Die ORS betreut im Auftrag des Kantons bereits alle andern kantonalen Durchgangszentren. 

Stark überbelegt

Der Kanton kämpfe schon lange mit einer Überbelegung, so David Kummer, Abteilungsleiter Sozialleistungen und Existenzsicherung, auf Anfrage. «Heute sind wir mit 118 Prozent stark überbelegt.» Grund dafür ist die seit einigen Monaten stark steigende Zahl an Flüchtlingen. «Vor Weihnachten teilte uns der Bund 40 bis 50 Personen pro Woche zu. Das gäbe zwei Zentren pro Monate», so Kummer. «Seit Anfang Jahr sind es 20 bis 25 Personen pro Woche.» Doch auf den Frühling hin könnte die Zahl wieder zunehmen.

724 Asylsuchende warten derzeit in den Unterkünften des Kantons auf ihr weiteres Schicksal. Sie sind zur Hauptsache auf die ehemalige Klinik Fridau ob Egerkingen, die Durchgangszentren Selzach und Oberbuchsiten, die beiden Unterkünfte auf dem Balmberg, die frühere Gefängnis-Aussenstation Bleichenberg in Biberist, eine kleine Zivilschutzanlage in Kestenholz, und die Anlage Alst in Olten verteilt.

Entlastung für Sozialregion und Grenchen

Die Sozialregion Oberer Leberberg und mit ihr die Stadt Grenchen würden durch die Realisierung der Unterkunft beim ordentlichen Aufnahmesoll an Asylsuchenden «deutlich entlastet», heisst es in der Mitteilung weiter. Die Hälfte der Kapazität der kantonalen Unterkunft wird beim Aufnahmesoll angerechnet.

Die Stadt Grenchen wird durch den Betrieb der Unterkunft weder personell noch finanziell belastet. (lfl/ldu)

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