Egerkingen

Kanton bedauert Schliessung und setzt sich für Mitarbeiter ein – «Spirig war immer ein Vorzeigebetrieb»

Die Produktion wird ins Ausland verlegt.

Die Produktion wird ins Ausland verlegt.

Die Solothurner Regierung hat am Mittwochabend erfahren, dass die Galderma Spirig AG in Egerkingen geschlossen wird. Der Kanton will die 190 betroffenen Angestellten auf ihrer Suche nach einer neuen Stelle unterstützen.

Für die Solothurner Regierung war die Nachricht, dass die Galderma Spirig AG ihre Produktion in Egerkingen schliesst und ins Ausland verlagert, überraschend. An einem Treffen mit Medienvertretern sprach Regierungsrätin Brigit Wyss ihr Bedauern aus. «Das ist ein herber Schlag für die 190 Mitarbeitenden.» Man habe «mit Nachdruck» von Nestlé einen guten und grosszügigen Sozialplan verlangt. «Das wurde uns zugesichert», so Wyss.

Die Erklärung von Regierungsrätin Brigit Wyss zur Schliessung der Galderma Spirig AG: «Für uns alle kam die Nachricht sehr überraschend.»

Die Erklärung von Regierungsrätin Brigit Wyss zur Schliessung der Galderma Spirig AG: «Für uns alle kam die Nachricht sehr überraschend.»

Nestlé habe gegenüber dem Kanton betont, dass die Schliessung nicht an den Rahmenbedingungen im Kanton Solothurn liegen würden. Die Produkte sollten weltweit vertrieben werden, der Verkauf lief in den letzten Jahren jedoch nie richtig an. «Die Anlagen waren nicht einmal zu 40 Prozent ausgelastet», so Brigit Wyss. (ldu)

Die Produktion der Galderma Spirig AG in Egerkingen wird geschlossen. Jonas Motschi, Chef Amt für Wirtschaft und Arbeit: «Die Firma Spirig war ein Leuchtturm in der Solothurner Wirtschaft.».

Die Produktion der Galderma Spirig AG in Egerkingen wird geschlossen. Jonas Motschi, Chef Amt für Wirtschaft und Arbeit: «Die Firma Spirig war ein Leuchtturm in der Solothurner Wirtschaft.».

Interview mit Jonas Motschi, Chef Amt für Wirtschaft und Arbeit: 

Was hat die Firma Spirig bisher für den Kanton bedeutet?

Jonas Motschi: Die Firma Spirig war für uns immer ein Vorzeigebetrieb. Sie war ein Leuchtturm in der Solothurner Wirtschaft. Wir haben wenig Betriebe, die in dieser Branche tätig und auch bekannt sind. 

Wann haben Sie erfahren, dass die Firma geschlossen wird?

Wir haben es sehr spät erfahren. Der Regierungsrat wurde am Mittwochabend informiert. Wir hatten vorher keinerlei Anzeichen. Immer wieder hatten wir Gespräche mit der Firma Spirig; ein offizielles erst diesen Frühling. Die Schliessung war aber nie Thema.

Was kann der Kanton für die Betroffenen machen?

Wir können ihnen die Unterstützung anbieten, die wir im Rahmen der Arbeitslosenlosenversicherung haben. Da gibt es verschiedene Möglichkeiten mit arbeitsmarktlichen Massnahmen, aber auch mit Beratung, Vermittlung und Jobcenter, die wir einrichten können. Schlussendlich müssen wir schauen, dass sie möglichst rasch wieder eine Stelle haben, sich integrieren können und nicht in ein Loch fallen.

Wie schätzen Sie die Chancen auf dem Arbeitsmarkt ein? 

Soweit wir informiert sind, sind dies grösstenteils gut qualifizierte Leute. Die Wirtschaftslage ist im Moment nicht so schlecht, die Konjunktur ist eher besser. Ich denke, dass sie gute Chancen haben, wieder eine Stelle zu finden.

Interview: Lucien Fluri

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