Auszeichnung
Kanti Solothurn ist Europas erstes Kompetenzzentrum für Geo-Daten

Als europaweit einziges Gymnasium trägt die Kantonsschule Solothurn den Titel «Digital Earth Centre ofExcellence». Weltweit gibt es nur gerade 14 solcher Kompetenzzentren. Damit kommen neue Verpflichtungen auf die Kanti zu.

Jonas Liniger
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Raymond Treier (l.) und Bernhard Marti sind stolz, dass die Kantonsschule Solothurn zum Kompetenzzentrum ernannt wurde.

Raymond Treier (l.) und Bernhard Marti sind stolz, dass die Kantonsschule Solothurn zum Kompetenzzentrum ernannt wurde.

Hanspeter Bärtschi

Ein neues Schild hängt an der Wand des Kantonsschule-Haupteingangs. Darauf eingraviert: «Digital Earth.eu – Centre of Excellence». Mit der Auszeichnung, verliehen von der Europäischen Kommission, kommen neue Verpflichtungen auf die Schule zu.

Für die nächsten zwei Jahre wirkt die Fachschaft Geografie als Kompetenzzentrum für geografische Medien und für Unterrichtsfragen zu geografischen Informationssystemen (GIS) in der Schweiz.

Hauptverantwortlich sind die Geografie-Lehrer Raymond Treier und Bernhard Marti, beides erfahrene GIS-Anwender, die mit entsprechenden Computerprogrammen im Unterricht arbeiten.

Das Interesse der Schüler wecken

Von den geografischen Informationssystemen und ihren Anwendungsgebieten sind beide Lehrer überzeugt: «Jedes Handy und GPS arbeitet mit Geo-Daten in GIS», erklärt Marti. Da die Funktionen im Hintergrund ablaufen würden, sei dem Benutzer die Existenz des Programms oft nicht bewusst, ohne funktioniere es aber nicht.«Ohne GIS könnten wir keine SMS verschicken» fügt Marti an. So erkläre er auch seinen Schülern GIS, denn allen Klassen der Kantonsschule wird der Umgang mit dem Programm gelehrt.

Den Schülern mache der Unterricht Spass, sobald sie sehen, dass Geo-Daten eine wichtige Bedeutung in ihrem Leben einnehmen und sie direkt betreffen, erklärt Raymond Treier. Äusserst beliebt sei auch die Spezialwoche, die einmal jährlich stattfindet. Von GIS-Experten angeleitet, durchforsten Schüler einen Naturpark, sammeln Daten über Pflanzen, Tiere und Geografie mithilfe ihrer Handys. Ausgewertet und interpretiert werden die Daten auf einem Plakat präsentiert.

Erstes Treffen in Holland

Als eines von weltweit 14 Kompetenzzentren wird die Kantonsschule neu nebst den eigenen Schülern auch auswärtige Gruppen und Fachschaften in GIS-Programmen unterrichten. Neu ist auch die Zusammenarbeit mit den restlichen europäischen «Centre of Excellence».

Im September reisen Treier und Marti nach Holland, um an einem ersten Treffen teilzunehmen. «Wir werden sehen, wo wir uns einbringen können. Als Lehrer der Kantonsschule haben wir nur begrenzt Zeit, uns den Projekten zu widmen», erklärt Marti.

Ziel der Organisation um die Kompetenzzentren sei es, das räumliche Denken zu stärken und die Arbeit mit Geo-Daten und den Computerprogrammen zu popularisieren. Treier und Marti sind stolz, die Schweiz und Solothurn in diesem Vorhaben zu vertreten.