Palliative-Care – die Betreuung im letzten Lebensabschnitt eines Menschen. Wie funktioniert sie im Alltag? Dies war Thema an der Delegiertenversammlung der Spitex Kanton Solothurn; deren Geschäftsstelle seit dem 1. Januar 2019 auch das Sekretariat des Vereins palliative so führt.

Die beiden Spitex-Pflegefachfrauen Nadja Affolter und Susi Glutz der Spitex Aare hielten ein Referat zum Thema Palliative-Care im Alltag. Es gebe Betreuungsteams, welche speziell geschult sind. Zur Palliative-Care gehören aber auch Nachtwachen oder dass die Pflege über das Notfallhandy während 24 Stunden erreichbar ist. Nur: Die Bezahlung für alle Leistungen, die ausserhalb der regulären Pflege stattfinden, muss der Patient selber übernehmen. Es sei stossend, so Barbara Aerni-Kopp, welche die Palliative-Hotline der Krebsliga betreut, dass für die Geburt zwar alles bezahlt werde, jedoch nicht, wenn ein Mensch sterbe.

Damit Angehörige am Ende nicht auf einer hohen Rechnung sitzenbleiben, hat die Spitex Aare etwa einen Spendenpool, über den sie solche Leistungen finanzieren kann. «Die Frage der Kostenübernahme wird im Kanton Solothurn leider allzu oft zwischen Patienten, den Gemeinden und dem Kanton hin- und hergeschoben», sagte die Präsidentin des Spitex-Verbands Kanton Solothurn, Sigrun Kuhn. Sie sprach damit nicht nur die palliative Versorgung an, sondern auch die Kostenübernahme für das Pflege- und Verbrauchsmaterial.

Hintergrund ist ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts, dass Krankenkassen das Pflegematerial – welches im Rahmen des normalen Pflegeprozesses verwendet wird – nicht mehr übernehmen müssen. Sehr kurzfristig informierte der Kanton nun, dass das Pflegematerial ab dem 1. Juli 2019 der auftraggebenden Gemeinde in Rechnung gestellt werden muss. Der Kanton Solothurn ist nun der letzte Kanton, welcher die Restkostenfinanzierung geregelt hat. (mgt/szr)