Kalbfleischmarkt hat massiv gelitten

Melanie Riedi
Merken
Drucken
Teilen

Fleischbranche Die Auswirkungen der Coronakrise waren zu Beginn sehr einschneidend für die Schweizer Fleischproduzenten und deren Marktpartner. Auch, weil stolze 50 Prozent des produzierten Fleischs in der Gastronomie verbraucht wird.

Dieser entscheidende Kanal brach weg, als die Gastrobetriebe im Zuge des Lockdown schliessen mussten. Regula Kennel, Mediensprecherin von Pro­viande, der Branchenorganisation der Schweizer Fleischwirtschaft, sagt: «Den Kalbfleischmarkt hat die Krise besonders stark getroffen, weil der Grossteil dieses Edelfleisches in der Gastronomie verwendet wird». Die Verarbeiter und der Handel seien dazu aufgerufen worden, alle Fleischimporte für die nächsten Wochen auszusetzen, und es seien Massnahmen zur Marktentlastung beantragt worden. «Dann wurde Fleisch eingefroren, das dem Markt wieder zugeführt wird, wenn die Nachfrage gross genug ist.»

Virus stoppte auch den Fleisch-Einkaufstourismus

Nun stabilisiert sich der Markt gemäss Kennel wieder, und es zeige sich, dass bereits wieder Verarbeitungsfleisch gesucht sei, um Fastfood-Ketten mit Hamburgern beliefern zu können. Wie schnell das Niveau von vor der Krise wieder erreicht ist oder überhaupt erreicht werden kann, werde auch von der Wiedereröffnung der Gastronomie und dem Tourismus abhängen, so die Proviande-Sprecherin.

Die Krise hatte in der Fleischbranche auch positive Auswirkungen, wie Kennel auf Anfrage dieser Zeitung weiter erklärt. Konkret: Wegen der Grenzschliessungen wurde auch der «Einkaufstourismus» gestoppt. Kennel: «Nicht nur der Detailhandel konnte profitieren, sondern auch die gewerblichen Metzgereien – ganz besonders diejenigen in den Grenzgebieten. Und zwar wegen der zurzeit verbotenen Einkäufe ennet der Grenze und weil die Bevölkerung wieder selber kocht».