Olten
"Kachelofen" soll für 13,5 Mio. Fr. saniert werden

Die Gebäudehülle des 1966 eingeweihten Oltner Stadthauses entspricht bezüglich Wärmeschutz absolut nicht mehr dem heutigen Stand der Technik; „fast wie ein ‚Kachelofen‘, der im Freien steht“, lautet das Urteil einer Wärmebilduntersuchung.

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Infrarotbild

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zvg

Rechtzeitig vor der Abstimmung über das 13,5 Mio. Fr. teure Projekt macht die Stadtkanzlei Olten noch einmal richtig Werbung für die Sanierung ihrer Büros. In einer Medienmitteilung listet sie auf, wie überfällig eine wärmetechnische Sanierung des Stadthauses sei.

Das Stadthaus Olten wurde von den Architekten Willi Frey und Alois Egger, Solothurn, erbaut und 1966 eingeweiht. Das Gebäude zählt zu den bedeutendsten Zeugen der Nachkriegsmoderne in der Stadt Olten, wenn nicht im ganzen Kanton Solothurn, und ist ein markantes Wahrzeichen für Olten. Es war für die damalige Zeit ein innovatives Konzept, welches auch noch nach 45 Jahren seine Aufgabe erfüllt. Die Gebäudehülle hingegen entspreche bezüglich Wärmeschutz absolut nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik, schreibt die Stadtkanzlei und untermalt dies mit einem Foto einer Wärmebildkamera.

Verschiedene Sanierungen

Zwar wurde das Gebäude in der Vergangenheit soweit notwendig unterhalten und wurden einzelne Bauteile erneuert. So wurden 2000 die Aufzüge erneuert und erfolgte 2003 bis 2006 eine Betonsanierung der Sichtbetonfassaden; 2005 wurde das Flachdach auf dem Hochhaus abgedichtet und die Fensterfassade im Erdgeschoss ersetzt und 2009 das Blockheizkraftwerk erneuert.

Der projektierte Sanierungsumfang umfasst schwergewichtig die Erneuerung der Fenster im Hochhaus sowie der angrenzenden Bauteile (Boden, Wände, Decken), ein neues Brüstungskonzept mit Heizkörpern und ausbaubaren Elektrokanälen, ein neuer automatischer Sonnenschutz, den Einbau einer zweckmässigen Lüftung, die Erneuerung der Elektroanlagen inkl. Beleuchtung und der sanitären Anlagen, die Modernisierung der zwei bestehenden Aufzüge sowie die Verbesserung des Brandschutzes nach den heute gültigen Vorschriften.

Zwei Drittel weniger Energieverbrauch

Bei der Erneuerung soll das architektonische Erscheinungsbild gewahrt, das Gesamtkonzept bezüglich Nachhaltigkeit und Investitionskosten optimiert und der Minergiestandard erreicht werden, wodurch sich der heutige Energieverbrauch um zwei Drittel reduziert. Realisiert wird die Sanierung in Etappen, da der Verwaltungsbetrieb im Gebäude auch während der Bauzeit weiterlaufen muss, um kostenintensive bauliche Proviso¬rien zu vermeiden. Energetisch und sicherheitstechnisch saniert wird das gesamte Gebäude mit Ausnahme des Erdgeschosses, in dem wie erwähnt vor sechs Jahren eine neue Fensterfassade eingebaut wurde. Zudem wird im Rahmen der Sanierungsarbeiten die Passerelle über die Dornacherstrasse abgebrochen.

Abstimmung am Wochenende

Das Gemeindeparlament hat der Vorlage an seiner Sitzung vom 16. November 2011 einstimmig zugestimmt. Bei Annahme der Vorlage an der Volksabstimmung am 11. März kann die Ausführung ab Anfang 2013 erfolgen; sie dauert knapp ein Jahr.