Ausstellung

Junge, provokante Kunst in alten Gemäuern

Pierre Alain Müngers Crash-Kunst ist derzeit in der Galerie Alte Brennerei in Unterramsern zu sehen.

Pierre Alain Müngers Crash-Kunst ist derzeit in der Galerie Alte Brennerei in Unterramsern zu sehen.

In der Alten Brennerei Unterramsern werden vier Kunstschaffende gezeigt, die ihren ganz eigenen Zugang des künstlerischen Ausdrucks verfolgen.

Pierre Alain Münger, David Stegmann, Michael Bloch und Alexandra Brabetz sind die vier Künstler, welche die diesjährige Prime-Art in der Galerie «Die Alte Brennerei» in Unterramsern bestücken. «Es ist unser Ziel, jeweils im Frühling Postitionen junger Kunstschaffender zu zeigen», sagen die beiden Galeristen Alfred Maienfisch und Tom Gantner. Und so ist ihnen eine Ausstellung gelungen, welche die alten Brennerei-Räume mit ganz ungewöhnlichen künstlerischen Aussagen beleben.


Im ebenerdigen Raum, welchen man über einen Treppenabstieg erreicht, zeigt der Zuchwiler Pierre Alain Münger seine «Crash-Kunst». Münger bedient sich physikalischer Kräfte, um neue Formen zu schaffen. Zum Beispiel nimmt er ein Metallgestänge, schweisst dieses zu Halterungen zusammen, und lässt die Metallstangen dann mit der Energie eines explodierenden Airbags knicken und umformen. Oder er fährt mit einem Auto selbst in eine Metallform und gibt so dem Stück seine neue Form. Weiter zeigt er Installationen, an welchen handelsübliche Spanngurten so stark angezogen werden, dass sie seine geschweissten Metallgestänge verbiegen. Zu sehen sind auch Malereien von ihm, auf denen er in den Signalfarben der Leuchtwesten von Sicherheitskräften schwelgt. Es ist also immer der Gedanke von vermeintlicher Sicherheit und Zerstörung, der Müngers Kunst zugrunde liegt und damit die Frage nach unserem Umgang damit. Es braucht Zerstörung, damit etwas Neues entstehen kann. Und das zeigt er auch an der Performance, die heute Samstag-Abend um 20 Uhr auf dem Gelände der Alten Brennerei stattfindet. Nur so viel sei verraten: Ein weisses Auto und ein Airbag spielen die Hauptrollen.

In eine ganz andere Welt wird der Betrachter mit den Arbeiten von Alexandra Brabetz geführt. Farbenfrohe Blumenmeere, darin versteckt Gesichter von Frauen oder Mädchen. Alles sehr intensiv mit viel Hingabe, gefällig und mehrschichtig bemalt.

Ein Meister aus Deutschland

Mit David Stegmann konnte ein arrivierter abstrakt malender Deutscher Meister eingeladen werden. Stegmann malt doch auch figurativ, zum Beispiel seine Heimat, den Schwarzwald, obwohl die Idylle verfremdet und eher düster wirkt. Hier ist alles im Fluss, die Farben meist Schwarz und Weiss, wenig Blau. Zur guter letzt sind Gipsskulpturen und -reliefs des Oensingers Michael Bloch zu entdecken. Er schichtet seine quadratischen Formen gekonnt aufeinander und bemalt sie mit intensivem Blau und schrillem Silber. Dieser junge Künstler ist auf der Suche nach seiner ganz eigenen Formensprache.

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