Atomenergie
Junge Grüne: «Die AKW in der Schweiz gleichen einer Garage voller Oldtimer-Autos»

Die Jungen Grünen fordern einen AKW-freien Kanton Solothurn und erinnern an die überschrittene Betriebsdauer der Schweizer AKW.

Drucken
Teilen
Protestaktion der Grünen vor dem heruntergefahrenen AKW Leibstadt.

Protestaktion der Grünen vor dem heruntergefahrenen AKW Leibstadt.

Grüne Partei Schweiz

In einer Medienmitteilung bestätigen die Jungen Grünen ihre Forderungen für einen AKW-freien Kanton Solothurn.

«Wir erachten den Betrieb des AKW auf Solothurner Boden als gefährliche Feldforschung, an welcher wir als unfreiwillige Versuchskaninchen teilnehmen müssen. Deshalb brauchen wir einen AKW-freien Kanton Solothurn», fordert Samuel Röösli, Co-Präsident der Jungen Grünen Solothurn.

Laut der Partei überschreiten alle Schweizer AKW die geplante Betriebsdauer bei Weitem. Besonders herausgehoben wurde das AKW Gösgen, das 1979 in Betrieb genommen wurde und somit seit 38 Jahren Strom produziert. Es ist das älteste AKW des Kantons Solothurn, zehn Jahre jünger als das Älteste der Schweiz, Beznau I.

Zudem wurde das AKW Leibstadt, das seit 1984 kommerziell betrieben wird und somit das jüngste AKW der Schweiz ist, erwähnt und dessen Zustand kritisiert. Letzten Herbst fand man im AKW Leibstadt oxidierte Brennstäbe. Von 200 untersuchten Brennstäben wiesen 45 kritische Befunde auf. Man ging davon aus, dass es sich um ein lokales Kühlungsdefizit in hochbelasteten Brennelementen handelte. Der Ausstieg des AKW Leibstadt aus dem Netz nach den Vorfällen im Herbst war zudem mit hohen Kosten verbunden, die auf etwa eine Million Franken pro Tag geschätzt wird. Als das AKW letzte Woche wieder ans Netz ging, gab es weitere Komplikationen: Die Abgasanlage im Maschinenhaus verursachte einen Fehlstart. Somit gleichen die AKW der Schweiz laut den Jungen Grünen einer Garage voller Oldtimer-Autos.

Auch sonst würden die AKW der Schweiz dem internationalen Vergleich hinterherhinken: Im Durchschnitt werden AKW für 29 Jahre betrieben, bevor sie vom Netz genommen werden. In der Schweiz sind jedoch vier der fünf AKW unter den ältesten 20 weltweit und alle sind seit über 30 Jahren in Betrieb, allen voran das AKW Beznau I mit 48 Jahren Betriebszeit.

Als Alternative für die Kernenergie propagieren die Jungen Grünen die Stärkung der erneuerbaren Energien: «Für einen Ausstieg braucht es eine Offensive der erneuerbaren Energien. Der Kanton muss die Rahmenbedingungen für eine echte Stärkung dieser Branche schaffen. Dies geht nur mit einer starken Vertretung der Grünen in Kanton- und Regierungsrat», merkt Thomas McAlavey, Vorstand Junge Grüne Solothurn, an. (naj)

Aktuelle Nachrichten