Blasmusik

Junge Brass-Musiker bieten brillante Interpretationen und perfekte Soli

Das Publikum dankte der A-Band und ihrem Leiter Tristan Uth mit einer stehenden Ovation.

Das Publikum dankte der A-Band und ihrem Leiter Tristan Uth mit einer stehenden Ovation.

Im Solothurner Konzertsaal haben 65 junge Brass-Musiker aus dem Kanton Solothurn das Publikum mit einem fulminanten Konzert begeistert. Die einwöchige Probezeit hatte sich gelohnt.

Das Publikum zeigte sich am Samstag begeistert nach dem Abschlusskonzert der beiden Brass-Band-Jugendbands des Solothurner Blasmusikverbandes. Während einer Woche probten 65 Jugendliche im Musiklager in Zweisimmen, was das Zeug hält. Der Aufwand hat sich einmal mehr gelohnt.

Der B-Band, geleitet von Jennifer Tauder, wurde wie üblich die Eröffnung überlassen. Mit «Fanfare for a new Age» von Goff Richards fesselte sie das Publikum. Dieses war bald bereit für «Cry oft he Falcon» von Kevin Houben, das Hauptwerk der B-Band. Obwohl viele der jungen Musikanten erstmals dabei waren, erwiesen sie sich keineswegs als Anfänger. Nach Duke Ellingtons «Caravan» lieferten sie ihre verdiente Zugabe, ein Paso Doble von Rudolf Wyss.

Fesselnder David Eggenschwiler

Die A-Band, geleitet von Tristan Uth, legte mit der «Jubilee Ouverture» von Philip Sparke den passenden Start hin. Bald erinnerte sich die Band an das Sprichwort des «Guten, das so nahe liegt». Welch gute Idee, die schon vor Jahren mit viel Humor geschriebene musikalische Parodie «Tangorama» von Arno Müller aus der unverdienten Versenkung zu holen. Ein verschmitztes Lächeln in den Gesichtern des applaudierenden Publikums bewies, dass der Spass ankam und verstanden wurde. Das freute natürlich auch den anwesenden Komponisten.

Eine feste Tradition sind die Soli. Der Wettbewerb um das Band-Solo fand diesmal nicht statt. David Eggenschwiler war als Einziger mit einem vorbereiteten Solo eingerückt. Trotz Fieberblase an den Lippen zauberte er das unglaublich anspruchsvolle Es-Cornet Solo «Flowerdale» von Philip Sparke nahezu perfekt auf die Bühne. Von ganz hoch zu ganz tief kontrastierten die beiden Solovorträge.

Auf der Bassposaune brillierte Gastsolist Roger Stöckli. Begleitet von der B-Band spielte er «Wanderin Star». Viel Spass mischte er in den Vortrag «Marlboro Man» von Alfred Lauss-Linhart mit der A-Band. Über «Kraken» von Chris Hazell und «Raiders of the Lost Ark» von John Williams – mit einem wunderschönen Euphonium-Part von Manuel Borer – gelangte die A-Band zu ihrem Hauptwerk «Resurgam» von Eric Ball. Der Tod seiner Schwägerin war es, was den Komponisten zu dieser eindrücklichen Komposition inspirierte – eigentlich eine symphonische Dichtung. Sie hat Dirigent Uth als Höhepunkt an den Schluss gesetzt.

Orchestraler Charakter

Sowohl die Band als auch die Solisten erwiesen sich als hervorragende Interpreten. Tristan Uth selber verwies auf die Kraft, die dieses Werk ausstrahle und die unbeschreibliche Faszination, die von der Band geschaffen worden sei. Bescheiden verschwieg er seinen Anteil an der tollen Interpretation. Er versprach nach der stehenden Ovation eine Zugabe, die eine wunderbare Atmosphäre aufnehmen könne – und er versprach nicht zu viel.

«Lux Aurumque» schrieb Eric Whitacre ursprünglich für einen vierstimmigen Chor. Das Arrangement für Brass-Bands erreichte mit seinem fast orchestralen Charakter genau jene Wirkung, die Uth anstrebte. Den Schlusspunkt setzten die beiden Bands gemeinsam mit dem «Solothurner Marsch» von Stephan Jaeggi. Gespielt wurde der Marsch von der A-Band. Die gesungene Variante des Trios überliessen die Musiker jedoch den Kollegen der B-Band. Mit der zweiten stehenden Ovation bedankte sich das Publikum abermals.

Am Sonntag musizierten die Bands in Erschwil im Schwarzbubenland an einem weiteren Konzert.

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