Jugend-Blasorchester

Junge Blasmusiker zeigen ihr Können

Zum Orchester gehören natürlich auch Piccolo und Flöten.

Zum Orchester gehören natürlich auch Piccolo und Flöten.

Schon zum fünften Mal organisierte der Blasmusikverband ein Herbstlager. Das Resultat: zwei ausgereifte Konzerte in Solothurn und Mümliswil.

Bereits zum fünften Mal konnte der Solothurner Blasmusikverband nebst dem Jugend-Brass-Band-Lager im Sommer auch ein Jugend-Blasorchester-Lager im Herbst organisieren. Die jungen Musikantinnen und Musikanten aus allen Ecken des Kantons erarbeiteten in Blatten VS eine Woche lang mit intensiven Proben ein ansprechendes Programm. Das Zwischenergebnis haben sie dort am Donnerstag der Bevölkerung vorgestellt. Das ausgereifte Konzert folgte am Wochenende in zwei Aufführungen in Mümliswil und Solothurn.

Stampfende Füsse

Als Gastdirigent wurde Tobias Salzgeber verpflichtet. Er wurde 1974 in Raron VS geboren. Seinen ersten Trompetenunterricht erhielt er an der Allgemeinen Musikschule Oberwallis. Mit der Ausbildung am Lehrerseminar sicherte er sich zunächst einen beruflichen Rückhalt, bevor er mit seinem Trompeten-Studium am Konservatorium Bern in die musikalische Richtung abbog.

Ein erstes Ziel erreichte er 2000 mit dem Lehrdiplom für Blechinstrumente. Diesem schloss er ein Studium für Blasmusikdirektion an der Musikhochschule Luzern an. Auch das genügte ihm noch nicht: Erst ein Studium in Direktion und Instrumentation in Maastricht brachte ihm das ideale Rüstzeug.

Eröffnet hat das Jugend-Blasorchester (JBO) sein Konzert mit dem Konzertmarsch «Arsenal». Das ist eine Auftragskomposition, die Jan van der Roost 1956 zum Jubiläum einer Eisenbahnermusik schrieb. Inspiriert von Volkstänzen schrieb der schottische Komponist Alan Fernie drei Tänze zunächst für Brass Band. Er packte sie gemeinsam in den Titel «Scottish Dances». Sie passen aber derart gut zusammen, dass er sie auch in einer Version für Blasorchester veröffentlichte. Diese wird zwar weniger gespielt, passte aber ideal als Fortsetzung im Programm. Dabei wurde deutlich, dass die jungen Leute ihre Instrumente besser beherrschen als ihre Füsse. Der erste Tanz beginnt nämlich noch ohne Ton mit stampfenden Füssen.

Ruhig sitzen konnten sie dann bei «Can you feel the Love». Diese 1994 von Elton John für einen Disney-Film geschaffene Komposition hat Ron Sebregts für Blasorchester bearbeitet. Anstelle des ursprünglich vorgesehenen Stückes suchte die Leitung eine anspruchsvollere Aufgabe für die Jungen. Die fand sie in «Tintin-Prisoners of the Sun» des belgischen Komponisten Dirk Brossé. Allerdings hat erst Johan de Meij das Werk in die Form gebracht, welche das JBO vortrug. Diese durchaus amüsante Komposition forderte die Jungen immerhin während 13 Minuten. Überfordert wirkten sie nicht.

Etwas Rätsel gab der nächste Programmpunkt auf. Was der Weisse Zehnden ist, weiss man in der Ausserschweiz, wie die Walliser den Rest der Schweiz nennen, wohl kaum: Es ist der Bezirk Visp. Der Vorstand des dortigen Bezirksmusikverbandes liess bei Tobias Salzgeber einen Marsch komponieren – eben «Der weisse Zehnden».

Als nette Geste an den Gastdirigenten hievte das Jugend-Blasorchester seinen durchaus gefälligen Marsch zum Abschluss des ersten Teils in ihr Programm.

Das Publikum war happy

«Where Eagles Soar» nennt Steven Reineke seine Konzertouvertüre – der perfekte Start in den zweiten Teil. Die Landschaft des US-Staates Maine inspirierte ihn 2003 zu einem musikalischen Vergleich mit der lebenden Natur und dem menschlichen Gedankengut.

Auf ein einziges musikalisches Motiv scheint sich der 1975 geborene Amerikaner Brian Balmages in seinem «Jungle Dance» zu beschränken. Bald erkennt man die stetig wechselnden Variationen und daraus wird eine faszinierende Darbietung, die überdies den Perkussionisten einiges abverlangt.

Happy blieb das Publikum auch bei «Happy» von Pharrell Williams. Der Rock-Gitarrist Saul Hudson, der sich Slash nennt, kreierte mit seinem «Welcome to the Jungle» einen weltweit geschätzten Hit. Der amerikanische Arrangeur Paul Murtha formte daraus jene Musik, mit der das JBO sein Programm abschloss.

Als Zugaben spielte es «Celtic Crest» von Christoph Walter und den «Solothurner Marsch» von Stephan Jaeggi.

Meistgesehen

Artboard 1