Die soziale Integration von Personen aus dem Asylbereich ist derzeit in den Kantonen und Gemeinden ein zentrales Thema. Ganz besonders bemühen sich die Verantwortlichen darum, junge Asylsuchende, vorläufig Aufgenommene und anerkannte Flüchtlinge mit dem Leben in der Schweiz vertraut zu machen.

Nun starten die Berufsbildungszentren (BBZ) in Olten und Solothurn ein neues Projekt, das speziell auf die Bedürfnisse von jungen Männern und Frauen aus dem Asylbereich zugeschnitten ist. Das «Integrationsjahr für junge Flüchtlinge (IJ-JF)» startet bereits im August, wie aus einer Mitteilung des Kantons hervorgeht.

Coaching und Begleitung

Das Angebot ist vom Departement des Innern und dem Departement für Bildung und Kultur gemeinsam erarbeitet worden. Die Finanzierung erfolgt über Mittel aus dem Asylfonds. Das Ziel des Projekts besteht darin, das Potenzial von jungen fremdsprachigen Erwachsenen, unabhängig von ihrer Aufenthaltsbewilligung, zu erkennen und sie an die Berufsbildung heranzuführen.

Auf Anfrage sagt Heinz Flück, Leiter des Projektes, dass sich das Angebot an junge Erwachsene ab dem sechzehnten Lebensjahr richtet, die nicht mehr schulpflichtig sind. Ein Jahr lang besuchen diese Jugendlichen den Unterricht während fünf Tagen pro Woche (25 Lektionen). Der Unterricht wird dabei durch ein Coaching ergänzt. Der Fokus des Integrationsjahres liegt auf dem Erlernen der deutschen Sprache und der Persönlichkeitsbildung.

Diese Zielsetzungen sollen den jungen Erwachsenen eine Basis für die erfolgreiche Integration in der Schweiz geben. «Zusätzlich sollen sie sich auch gestalterisch weiterentwickeln können», unterstreicht Projektleiter Heinz Flück. Das Integrationsjahr soll zudem dazu dienen, das Netzwerk unter den Flüchtlingen zu stärken.

Bekannt gemacht werde das Projekt, so Heinz Flück, durch die zuständigen Gemeinden und die Sozialdienste. «Die jeweiligen Betreuer können dann die Flüchtlinge informieren und ihnen bei der Anmeldung zur Seite stehen», fügt der Projektleiter bei. Aufgrund der gegenwärtigen Zuwanderung junger Flüchtlinge sollen die jungen Leute semesterweise eintreten können – und nicht jährlich. So kämen die Flüchtlinge um lange Wartezeiten herum.

Keine Berufsvorbereitung

Das Integrationsjahr dient vor allem der sozialen Integration und ist nicht in erster Linie als Vorbereitung für den Einstieg in die Arbeitswelt gedacht. «Im Unterricht geht es um die Förderung des Spracherwerbs und das Kennenlernen des Alltags in der Schweiz», sagt der Projektleiter.

Für junge Erwachsene, die bereits recht gut Deutsch können, besteht bereits ein vergleichbares Angebot, bei dem aber zusätzlich noch ein Berufspraktikum integriert ist. «Im Gegensatz zum bereits bestehenden Integrationsjahr, das mithilfe von Praktika eine gezielte Vorbereitung auf die berufliche Grundbildung ermöglicht, arbeiten die Schüler im Rahmen dieses neuen Kurses nicht extern in einem Betrieb», bestätigt Heinz Flück.

Das Praktikumsjahr könnten die Flüchtlinge aber nach dem Abschluss des neu eingeführten Projektes in Erwägung ziehen und sich so gezielt auf die Berufswelt – und allenfalls auf eine Lehre – vorbereiten.

Auf zwei Jahre befristet

Durch die einmalige finanzielle Hilfe des Kantones von 1,2 Millionen Franken aus dem Asylfonds beschränkt sich der Kurs vorerst auf zwei Jahre. Begleitet wird diese Versuchsphase durch das «Amt für soziale Sicherheit» und das «Amt für Berufsbildung, Mittel- und Hochschulen». Nach dem befristeten Schulversuch werde, je nach Resonanz, dann über eine definitive Einführung entschieden, so Flück.