Der zum Teil recht harte Winter im Goms forderte im zu Ende gegangenen Semester von den Teilnehmern der J+S Leiterkurse in den Disziplinen Ski und Snowboard einiges ab. Zu Beginn der einwöchigen Ausbildung hatten die Absolventen einen Eintrittstest zu bestehen. Sowohl auf den Ski wie auf dem Snowboard hatten sich die Kursteilnehmer über ein recht anspruchsvolles schneesportliches Können auszuweisen, ehe sie zu den sechstägigen Kursen zugelassen wurden.

Die Zulassungsprüfung mit dem Board sah beispielsweise einen Basic Turn gecarvt, 4 bis 6 gecarvte Schwünge im Gelände, 2 Walzer, je 360 Grad gedreht, in der Traverse, einen Drehschwung switch etc. vor. Auf den Ski waren die Anforderungen kaum weniger hoch. Ein Grossteil der Kursteilnehmer sind nur unwesentlich über 20 Jahre alt, ein Teil sogar knapp darunter.

Der bereits Ende Oktober in der Alpenregion einsetzende Schneefall sorgte während der insgesamt fast auf drei Monate verteilte Kurszeit durchwegs für gute Verhältnisse. Ausgerechnet beim Besuch dieser Zeitung flockte es auf der Fiescheralp zeitweise ganz heftig.

Anspruchsvolle Kursziele

Michael Järmann aus Riedholz ist ein J+S Experte mit jahrelanger Erfahrung als Kursleiter. Der in Selzach als Lehrer tätige darf immer wieder auf viel Goodwill seitens der Schulleitung und seiner Vorgesetzten zählen. Pro Winter leitet er mehrere Kurse und er weiss, wovon er spricht, wenn er sagt, dass die Ausbildung zum J+S-Leiter eine sehr anspruchsvolle Sache ist. «Bereits die Zulassungsprüfung am Einrückungstag erfordert schneesportlich einiges ab.

Nach einer Woche sind die jungen Teilnehmer in der Lage, eine Gruppe eigenständig zu führen. Sie können Situationen einschätzen, haben Kenntnisse in Lawinenkunde und können Lektionen selber gestalten. Ein weiterer erfahrener Experte ist auch Urs von Roll. Bereits im Lehrerseminar mit J+S-Kursen konfrontiert, leitet er pro Winter seit über 15 Jahren mehrere Kurse. «Ich staune immer wieder, mit welcher Begeisterung, die angehenden Leiter mitmachen. Dies, obwohl sie jeden Tag mit neuen Herausforderungen konfrontiert werden.»

Gute Perspektiven

Ein Grossteil der brevetierten Kursteilnehmer kennt auch bereits ihre Einsatzaussichten und Möglichkeiten. Die Deitinger Psychologiestudentin Loreen Scheffler hat nach ihrem J+S-Kurs in diesem Winter bereits einen Einsatz als Leiterin mit der Schule Deitingen im Skilager in Elm hinter sich. Die auch im Trecking Erfahrene 23-ährige kam durch einen Lehrerkollegen zu J+S. Sie bewertet den einwöchigen Kurs als anspruchsvoll, vielseitig und sehr lehrreich.

Eine ganze Gruppe junger Leute vom Skiclub Günsberg absolvierte den Kurs am Fusse des Eggishorns ebenfalls. «Wir haben alle die Möglichkeit, in irgendeiner Form bei unserem Skiclub auf dem Balmberg als J+S-Leiter zum Einsatz zu kommen. Das Lager war auch in Bezug auf die zwischenmenschliche Beziehung mit Leuten aus der ganzen Schweiz eine gute Sache», sagt Patrick Schmid, ein 19-jähriger Informatiker aus Günsberg.