Andres Z.
Jetzt spricht der St.-Ursen-Brandstifter: «Ich bin überzeugt, ich war nie gefährlich»

Am Dienstag wurde der sogenannte St.-Ursen-Brandstifter aus dem Gefängnis entlassen. Nun in Freiheit spricht er erstmals über seine weiteren Pläne.

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Mit Tele M1 spricht Andres Z. erstmals seit seiner Freilassung über seine Pläne in Freiheit.

Zusammen mit seinem Bruder geniesst er seine ersten Tage in Freiheit. Die Beiden haben sich viel zu erzählen. Andres Z. war fast sechs Jahre hinter Gitter.

Vorallem ist er glücklich, dass seine Familie sich keine Sorgen mehr machen muss. «Wir sind alle zusammen erleichtert. Für mich wurde ja gesorgt aber für meine Angehörigen nicht.»

Letzte Woche sorgte Andres Z. noch einmal für Aufsehen. Aus Verzweiflung, weil er nicht frei kam, obwohl das Bundesgericht die Verwahrung aufhob, hat er seine Zelle im Untersuchungsgefängnis in Olten angezündet. Viele sahen darin einen Beweis für die Gefährlichkeit von Z.

Ob er wirklich gefährlich sei, würde der 66-Jährige gerne wissenschaftlich abklären lassen. «Ich bin überzeugt, dass ich nie gefährlich war. Ich habe immer ganz klar deklariert, warum ich was gemacht habe, das wurde aber immer nie weitergeleitet.»

Viele Projekte geplant

Andres Z. sieht nun aber in die Zukunft. Er habe viele Projekte in Bearbeitung. «Ich habe ein Toleranz-Projekt vor, ausserdem möchte ich ein Buch schreiben und ein Kinderbuch gestalten.» Diese Dinge sind schon ziemlich weit vorbereitet.

Vom verurteilten Brandstifter zum friedlichen Schriftsteller – Andres Z. muss jetzt zeigen, dass ihm dieser Weg gelingt. (coh)

Was passierte mit Andres Z.

Andres Z. hatte 2011 einen Brand in der St.-Ursen-Kathedrale in Solothurn gelegt und wurde 2012 zu 14 Monaten Gefängnis verurteilt.

Aufgrund einer stationären therapeutischen Massnahme wurde die Strafe aufgeschoben, weil er aber fast fünf Jahre lang die Therapie verweigerte, sehen sich die Solothurner Justizbehörden gezwungen, die Therapie abzubrechen und eine Verwahrung zu fordern.

Das Solothurner Obergericht hebt die Verwahrung im August 2016 auf, weil «im erstinstanzlichen, rechtskräftigen Urteil von 2011 steht, dass Andres Z. nie die Absicht hatte, Menschen zu gefährden.»

Das Bundesgericht unterstützt diesen Entscheid, Andres Z. solle aber künftig begleitet werden. Er wird ein Fall für die KESB. Diese ordnet einen fürsorgerischen Freiheitsentzug an. Andres Z. bleibt in Haft im Untersuchungsgefängnis Olten.

Diesen Entscheid bringt Z.'s Anwalt vor das Solothurner Verwaltungsgericht, welches nun entschied, dass Z. freigelassen werden müsse. Die Voraussetzungen für eine Anordnung der Fürsorgerischen Unterbringung seien nicht erfüllt.