Bauernhausforschung
Jetzt sollen im Kanton Solothurn die Bauernhäuser erforscht werden

Die Solothurner Regierung spricht einen Beitrag von 500'000 Franken für die Schweizerische Bauernhausforschung. Sie will ein Projekt zur Erforschung der Bauernhäuser im Kanton Solothurn unterstützen.

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Dieses Bauernhaus in Bellach ist 2005 zum Abbruch freigegeben worden. Die Bauernhausforschung hätte es vielleicht verhindern können. Als letzter Kanton wird Solothurn jetzt auch ein Buch zur Bauernhausforschung erhalten.

Dieses Bauernhaus in Bellach ist 2005 zum Abbruch freigegeben worden. Die Bauernhausforschung hätte es vielleicht verhindern können. Als letzter Kanton wird Solothurn jetzt auch ein Buch zur Bauernhausforschung erhalten.

Urs Lindt

Die Schweizerische Bauernhausforschung hat seit 1965 mit der finanziellen Unterstützung der Kantone und des Nationalfonds 33 der geplanten 36 Bände der Reihe «Die Bauernhäuser der Schweiz» erarbeitet. Diese Publikationen decken schon Regionen in 24 Kantonen ab. Allein über den Kanton Bern existieren drei Bände. Einzig über die Bauernhäuser im Kanton Solothurn bestand noch kein Projekt, die Bauernhäuser zu erforschen. Jetzt sollen auch im Kanton Solothurn die Bauernhäuser erkundet werden.

Dafür sprach der Solothurner Regierung kürzlich einen Beitrag zugunsten der Schweizerischen Bauernhausforschung. Insgesamt 500 000 Franken, verteilt auf sechs Jahre, sollen investiert werden, um ein Buch herauszubringen. «Inhaltlich richten die Bände der Schweizer Bauernhausforschung ihre Aufmerksamkeit auf die überlieferten ländlichen Bauten und Siedlungen sowie auf historische und aktuelle Aspekte des bäuerlichen Alltagslebens», orientiert der Solothurner Regierungsrat.

Ausgehend von einer Bestandesaufnahme ländlicher Wohn- und Wirtschaftsgebäude werden diese bezüglich ihrer Konstruktion und Baugeschichte sowie ihrer Nutzung und Ausstattung intensiver untersucht. Ergänzende Informationen aus Archiven zu Baurecht sowie Eigentums- und Wirtschaftsverhältnissen vertiefen das Bild der Entwicklung der ländlichen Bauformen.

Endet mit Publikation

Im Kanton Solothurn hat sich die Bauernhausforschung lediglich auf Grundlagenarbeiten in den Bezirken Bucheggberg und Wasseramt beschränkt. Innerhalb der Reihe «Die Bauernhäuser der Schweiz» soll nun das gesamte solothurnische Kantonsgebiet bearbeitet werden. Das Projekt beginnt 2014 und endet 2019 mit der Publikation des Bandes «Die Bauernhäuser des Kantons Solothurn». Als Auftraggeber für dieses Projekt zeichnen der Kanton Solothurn, vertreten durch das Amt für Denkmalpflege und Archäologie, das Kuratorium für Bauernhausforschung sowie die Schweizerische Gesellschaft für Volkskunde. Die wissenschaftliche und administrative Leitung liegt bei der Schweizerischen Bauernhausforschung.

Mit der Ausarbeitung des Manuskriptes und den nötigen Vorarbeiten werden externe Fachleute aus den Bereichen Architektur, Geschichte, Hausforschung und Denkmalpflege beauftragt. Kontrollorgane sind das Kuratorium für Bauernhausforschung sowie der Schweizerische Nationalfonds. Ausserdem wird eine kantonale Kommission gebildet, die den Fortschritt des Projekts überwacht und sich zu Forschungskonzept und Inhalten äussert, wie der Regierungsrat festlegte.

Die Gesamtkosten für das Projekt belaufen sich auf 800 000 Franken, wovon wie erwähnt 500 000 Franken durch den Kanton Solothurn finanziert werden, der Rest durch den Schweizerischen Nationalfonds. Die Aufteilung der für den Kanton anfallenden Kosten präsentiert sich gemäss Projektbudget wie folgt: 36 000 Franken im Jahr 2014, 51 000 Franken im Jahr 2015, 88 000 Franken im Jahr 2016, 75 000 Franken im Jahr 2017, 189 000 Franken im Jahr 2018 und 61 000 Franken im Jahr 2019. Die Finanzierung erfolgt aus dem Beitrag des Lotteriefonds, welcher dem Amt für Denkmalpflege und Archäologie zur Verfügung steht. Für die Zusammenarbeit zwischen dem Kanton Solothurn und der Schweizerischen Bauernhausforschung wird ein Vertrag abgeschlossen. (mgt/frb)