Die zweithäufigste Todesursache in der ganzen Schweiz ist Krebs. In manchen Altersgruppen sogar die häufigste. Kantone wie Aargau, beide Basel oder Bern führen deshalb ein Krebsregister. Der Kanton Solothurn hat bisher darauf verzichtet – so etwa im Jahr 2013, aus Spargründen. Jetzt kommt das Krebsregister doch noch. Der Kanton will es 2019 einführen.
Solothurn schliesst sich dem Krebsregister Bern an, welches von der Universität Bern geführt wird und seit 2013 bereits Daten von Betroffenen aus dem Kanton Bern sammelt. Im Register werden Personendaten und Informationen zum Tumor und dessen Behandlung aufgeführt. So soll ersichtlich werden, wie häufig welche Krebstypen vorkommen, was die Ursachen und wie erfolgreich Behandlungen sind. Auch soll mit dem Register aufgezeigt werden, wie effizient Screening-Programme sind.

Seit fast 10 Jahren Auftrag für Früherkennungs-Programm

Der Auftrag für ein Mammografie-Screening-Programm zur Früherkennung von Brustkrebs ist im Kanton nun schon 10 Jahre hängig. Der Kantonsrat erteilte der Regierung diesen Herbst nun den Auftrag, vorwärts zu machen – und weitete den Auftrag auch auf ein Früherkennungs-Programm für Dickdarmkrebs aus. Die Kantonsregierung sei überzeugt, «dass dadurch die Prävention, Diagnose und Behandlung von Krebserkrankungen verbessert werden kann», heisst es in der diese Woche verschickten Medienmitteilung dazu. So sei das Krebsregister auch die Voraussetzung für «die Einführung von flächendeckenden Krebs-Früherkennungsprogrammen wie Brustkrebs- und Darmkrebs-Screening».

Kantonsarzt Lukas Fenner konkretisiert auf Anfrage, mit dem systematischen Erfassen von Betroffenen und Risikogruppen mache man den ersten Schritt für diese Programme: «Jetzt können wir loslegen.» Einen festen Zeitplan gibt es aber noch nicht. Im nächsten Jahr wird ausgearbeitet, wie diese Programme genau aussehen, schliesslich müssten sie dann auch noch etwa von der Finanzkommission bewilligt werden. Man wolle aber ein flächendeckendes Angebot, ein Programm mit dem man die gesamte Zielgruppe im Kanton erreicht, so Fenner.
Ab 2020 sind alle Kantone verpflichtet, ein Krebsregister zu führen. Dann tritt nämlich das eidgenössische Krebsregistrierungsgesetz in Kraft. Ab 2020 gilt auch die Meldepflicht von Krebskranken für Spitäler und Ärzte.