Solothurn-Moutier

Jetzt kämpfen auch Touristiker für den Erhalt des Weissensteintunnels

Wird er komplett saniert - oder geschlossen?

Wird er komplett saniert - oder geschlossen?

Es ist die nächste Runde im Kampf um den Weissensteintunnel: Das Thaler Komitee, das für den Erhalt des Tunnels kämpft, erhält Unterstützung von Kanton Solothurn Tourismus und dessen Präsidenten Walter Straumann.

Der frühere Regierungsrat will «Massnahmen erarbeiten, um den Kostendeckungsgrad der Bahnlinie zwischen Solothurn und Moutier auf mindestens 30 Prozent zu steigern». Denn genau da liegt die kritische Schwelle, damit der Tunnel und auch die Linie erhalten bleiben können.

Manche sprechen auch von einem «magischen Wert». Deckt eine Bahnlinie nicht einmal mehr ein Drittel ihrer Kosten, muss der Bund vor jedem grösseren Sanierungsprojekt die Stilllegung prüfen.

In seinem heutigen Zustand gilt der Tunnel nur noch bis Ende 2016 als sicher. Wasser macht dem Gewölbe zu schaffen, und auch die Tunnelsohle ist in keinem guten Zustand.

Die Behörden rechnen mit Kosten von 170 Millionen Franken, damit der Tunnel für weitere 50 Jahre betrieben werden kann. Nach einer Notsanierung soll das Bauwerk zumindest bis 2020 offenbleiben.

Doch mit welchen Massnahmen sollen jetzt mehr Passagiere in die Bahn gelockt werden? Schliesslich wird die Werbetrommel für die Bahnlinie schon seit längerem kräftig gerührt. Zuerst einmal sei man nun dem Komitee «Weissensteintunnel erhalten» beigetreten, sagt Straumann.

«Gemeinsam wollen wir den politischen Druck verstärken.» Das im August gegründete Komitee wird vom Herbetswiler Gemeindepräsidenten und Nationalrat Stefan Müller-Altermatt angeführt.

Die Hoffnung liegt im Norden

Allzu viel Konkretes haben die Touristiker noch nicht in der Hand. «Aber einiges steht bereits in den Startlöchern», sagt Straumann im Gespräch. So hat etwa auch die Seilbahn Weissenstein ihre Unterstützung zugesichert.

Im November plant die Bahnbetreiberin eine Aktion unter dem Namen «Tunnel-Ticket». Was sich genau dahinter verbirgt, soll in den nächsten Tagen bekannt gegeben werden.

Immerhin: Als Sofortmassnahme ist eine Hinweistafel beim Bahnhof Gänsbrunnen geplant. Mit dieser sollen Durchreisende aus dem Jura zum Besuch des Weissensteins ermuntert werden.

Die Touristiker wollen zudem Schulen zu Exkursionen mit der Moutier-Bahn auffordern und «die Gemeinden in der Region sensibilisieren».

Weitere Partner will Walter Straumann vor allem im Berner Jura suchen. Denn auch er weiss: Soll der Weissensteintunnel tatsächlich saniert werden, müsste die Zahl seiner Durchfahrten steigen.

Auf dem Abschnitt südlich des Tunnels ist das Passagieraufkommen markant höher als ennet dem Röstigraben – vor allem dank der Weissenstein-Gondelbahn. (sva)

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