Pflege
Jetzt gibt es Regeln für den Umgang mit der kantonseigenen Kunstsammlung

Der Kanton ist Besitzer einer grossen Sammlung an Gemälden, Skulpturen und Objekten. Um klar zu machen, wie damit umgegangen wird, wurden verbindliche Richtlinien geschaffen.

Fränzi Zwahlen-Saner
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Blick in den Keller, wo nicht ausgestellte Kunstwerke in Kantonsbesitz lagern.

Blick in den Keller, wo nicht ausgestellte Kunstwerke in Kantonsbesitz lagern.

Hanspeter Bärtschi

Die Kunstsammlung des Kantons Solothurn umfasst eine ausserordentliche Vielfalt künstlerischer Themen und Inhalte. Zu den Beständen gehören Gemälde, Arbeiten auf Papier und Fotografien, Skulpturen und Objekte. Der Schwerpunkt der Sammlung liegt auf Werken aus 20. und 21. Jahrhunderts von Solothurner Kunstschaffenden. Das heutige Hauptinventar verzeichnet rund 4000 Kunstwerke. Um den Wert dieser einzigartigen Sammlung als kulturelles Erbe zu erhalten, gilt es, dieses verhältnismässig, sachgerecht und umsichtig in die Zukunft zu führen.

So entstand der Wunsch, eine verbindliche Regelung und Richtlinien zum Umgang mit der Kunst zu schaffen. Eva Inversini, die Chefin des Amtes für Kultur und Sport, sagt dazu: «Der Bedarf nach solchen Richtlinien hat sich im praktischen Alltag immer wieder gezeigt, sind doch rund zwei Drittel der Werke aus der kantonalen Kunstsammlung ausgeliehen. Hinzu kommen die Werke aus dem Bereich «Kunst und Bau», welche ebenfalls permanent in öffentlich zugänglichen Innen- und Aussenräumen auf- und ausgestellt sind.» Ein entsprechender kantonsrätlicher Auftrag der FDP wurde bereits vor Inversinis Amtszeit überwiesen. «Die Erarbeitung der Richtlinien erfolgte nun in Form eines Handbuches durch das Amt für Kultur und Sport in Zusammenarbeit mit den betroffenen Anspruchsgruppen», so Inversini.

Anschaffung, Pflege, Restaurierung

Entstanden ist ein 34-seitiges, farbig illustriertes Handbuch, in welchem alle Themenbereiche rund um die kantonale Kunstsammlung und deren Umgang erläutert werden. Es geht um Fragen der Anschaffung, über die spätere Wartung, Pflege und Erhaltung bis hin zu Angaben über Verantwortlichkeiten. Das Handbuch hilft mit Erläuterungen, Prozessabbildungen und skizzierten Vorgehensweisen bei praktischen Fragen und Problemstellungen. So ist beispielsweise festgehalten, dass die betreffenden Kunstwerke Eigentum des Kantons Solothurn sind, für die Öffentlichkeit von diesem treuhänderisch verwaltet werden, aber nicht zum Aktivvermögen gezählt werden dürfen. «Eine Deakzession einzig als Massnahme zur Sanierung des Staatshaushalts ist deshalb nicht zulässig.»

Geklärt sind nun auch Fragen zur Pflege und Sanierung von solchen Kunstwerken. «Für die Behebung von Schäden, die auf einen normalen Alterungsprozess der Kunstwerke zurückzuführen sind, kommt je nach Sachlage das AKS oder das HBA (Hochbauamt) mit seinem «Kunst am Bau»-Kredit auf. In begründeten Ausnahmefällen erfolgt die Schadensbehebung zu Lasten des Lotteriefonds.»

Im Detail werden auch Fragen zur Anschaffung von Kunstwerken und zu deren Ausleihe für die Büros der öffentlichen Verwaltung geklärt. So ist festgehalten, dass die Kunstwerke einzig der kantonalen Verwaltung und ihren Angestellten für ihre Arbeitsräume vorbehalten sind. Eine Weitergabe an Private oder privatwirtschaftliche Organisationen sowie an Mitarbeitende von Bund oder Gemeinden ist ausgeschlossen.

Ein Kunstwerk ist für mindestens vier Jahre ausleihbar. Darüber hinaus wird der Umgang damit vom AKS kontrolliert. «Eine eigenmächtige Umplatzierung von Kunstwerken oder die Zwischenlagerung in Kellern, Gängen oder Schränken ist untersagt.» Somit koordiniert das AKS alle involvierten Dienststellen und Anspruchsgruppen und berät die Leihnehmer. Ein Kapitel behandelt noch die Vermittlung und Öffentlichkeitsarbeit im Zusammenhang mit der kantonalen Kunstsammlung. Insbesondere wird darauf hingewiesen, dass ein Teil de Bestände heute bereits online einsehbar ist.

Doch heisst es weiter: «Die aktuell verwendete Datenbank, bereitgestellt durch das Amt für Informatik, ist jedoch in die Jahre gekommen und sollte durch eine zeitgemässe Fachanwendung ersetzt werden. Eva Inversini erläutert diesbezüglich: «Die kantonale Kunstsammlung ist seit knapp zehn Jahren online zugänglich – tatsächlich – so lange, dass es bereits einer Überführung des Hauptinventars in eine zeitgemässere Fachanwendung bedarf. Die Daten werden nach Möglichkeit der personellen Ressourcen kontinuierlich gepflegt und aktualisiert. Es ist geplant, auch die Werke aus dem Bereich «Kunst und Bau» in die Online-Datenbank zu integrieren.»

Weitere Informationen

Das Handbuch und die dazu gehörenden Merkblätter und Formulare sowie einige Fallbeispiele sind ab sofort auf der Website des kantonalen Amtes für Kultur und Sport aufgeschaltet.