Bellach
Jetzt droht auch der angeschlagenen Prétat SA aus Bellach die Schliessung

Das Richteramt Solothurn-Lebern hat das Gesuch der Bellacher Firma Prétat SA um eine Nachlass-Stundung genehmigt. Sie wurde für sechs Monate gewährt. Ob der unter dem starken Franken leidende Betrieb danach weiter geführt wird, ist mehr als fraglich.

Franz Schaible
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Die Firma Prétat in Bellach steht vor dem Aus.

Die Firma Prétat in Bellach steht vor dem Aus.

Überraschend kommt die Entwicklung für das 1957 gegründete Bellacher Unternehmen nicht. Seit Herbst 2010 kämpft der Lohnfertiger in die Präzisionsmechanik gegen die negativen Auswirkungen des starken Frankens an. Der massive Preisdruck wurde durch die Flaute in der europäischen Automobilindustrie verstärkt.

Prétat ist mit einem Umsatzanteil von 75 Prozent stark auf die Branche ausgerichtet. Zwar zeigte sich Firmenchef Kuno Prétat Ende November noch einigermassen zuversichtlich, den Betrieb - wenn auch reduziert - weiterführen zu können.

Nun sieht es düster aus, die Firma stellte ein Gesuch um Nachlass-Stundung. Das zuständige Richteramt Solothurn-Lebern hat dieses Anfang Woche gewährt, wie dem Schweizerischen Handelsamtsblatt vom MIttwoch zu entnehmen ist. Die Stundung gibt dem Schuldner Zeit, mit seinen Gläubigern einen Nachlassvertrag auszuarbeiten. Gleichzeitig ist die Firma beispielsweise vor Betreibungen oder Konkurseröffnungen geschützt. Als Sachwalterin wurde die Transliq AG in Bern eingesetzt. Die Nachlass-Stundung läuft für sechs Monate, also bis am 21. Juli 2013.

Dass die Firma danach in reduziertem Umfang weiter betrieben wird, ist sehr unsicher. Denn nach Angaben von Amtsgerichtsschreiber Peter Friedli wird ein Nachlassvertrag mit Vermögensabtretung angestrebt. Falls es so weit kommen sollte, wird der Betrieb nach Abschluss des Verfahrens liquidiert. Die Aktiven würden verwertet und der Erlös wird den anerkannten Gläubigern ausbezahlt. Wie viele Beschäftigte aktuell betroffen sind, war nicht in Erfahrung zu bringen. Noch Ende November 2012 waren es rund 25, nachdem der Personalbestand zuvor halbiert wurde.