Jegenstorf
Die Remisebühni zeigt mit «Räuber Hotzenplotz» freches und kurzweiliges Kindertheater

Ein schöneres Kompliment konnte sich das Remisebühni-Ensemble kaum wünschen: «Was, ist schon fertig?», hiess es am Ende der Premiere aus dem Publikum.

Michelle Bur
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Kasperli, Grossmutter und Seppli mit der Kaffee­maschine.

Kasperli, Grossmutter und Seppli mit der Kaffee­maschine.

Zvg

Lange mussten das Theaterensemble und die Besucher der Remise Bühne Jegenstorf darauf warten, bis endlich wieder eine Theateraufführung stattfand. Fast achtzehn Monate nach der eigentlich geplanten Aufführung feierte das Kinderstück «Räuber Hotzenplotz» nun seine Premiere. Trotz der langen Wartezeit waren aber keine Ermüdungserscheinungen sichtbar. Die Spielfreude des fünfköpfigen Ensembles war vom ersten Moment spürbar und übertrug sich sogleich auf das Publikum.

Schnell wieder ins (Schau-)Spiel gefunden

Sie hätten keinerlei Mühe gehabt, nach der langen Pause wieder in das Stück zu kommen und bei den letzten Proben anzuknüpfen, meinte Marianne Hiltbrunner, Darstellerin des Kasperlis.

«Und die Freude war riesig, als klar war, dass wir mit ‹Räuber Hotzenplotz› endlich wieder vor Publikum auftreten können.»

Das Publikum war schnell im Bann des Stücks und musste mitansehen, wie der Räuber Hotzenplotz die neue Kaffeemühle der Grossmutter klaute. Natürlich waren Kasperli und Seppli sofort zur Stelle und machten sich auf, das Geburtstagsgeschenk der Grossmutter wieder zurückzuholen. Doch so einfach war es nicht. Der böse Räuber Hotzenplatz fiel zwar auf ihre List herein, konnte die beiden Freunde aber trotzdem gefangen nehmen. Nicht nur das: Kasperli, der sich als Seppli verkleidet hatte, fand sich kurz darauf beim Kartoffelschälen bei Zauberer Zwackelmann wieder. Wie im Buch von Ottfried Preussler musste dieser zuerst überlistet, die Fee Amarilys befreit und der Räuber Hotzenplotz in einen Gimpel verwandelt werden.

Doch am Schluss konnten die beiden mutigen Helden der Grossmutter wieder eine singende Kaffeemaschine übergeben und mit ihr feinen Zwetschgenkuchen essen. Dass die Geschichte rund 60 Jahre nach ihrem Erscheinen nichts an Witz und Unterhaltung verloren hat, Jung und Alt begeistern kann, davon waren die Verantwortlichen der Remisenbühni überzeugt. «Unser Regisseur Simon Burkhalter ist eben auch noch ein kleiner Junge, wenn es um so Geschichten geht», sagte Danièle Themis, Darstellerin von Seppli. «Und Räuber Hotzenplotz ist wohl die bekannteste Kasperligeschichte.»

Fünf Darstellende, sieben Figuren

Die Freude am Stück war in jeder Szene spürbar, die Dialoge waren spritzig, die Requisiten liebevoll ausgewählt. Wem die Geschichte schon bestens bekannt war, war beeindruckt vom Bühnenbildwechsel auf kleinstem Raum und der Wandelbarkeit der Laienschauspieler. So rätselt ein junger Besucher noch heute, weshalb sich beim Schlussapplaus fünf Schauspielende verbeugten, im Stück aber sieben Figuren zu sehen waren. Nach 60 Minuten Vorstellung wurde der Räuber Hotzenplotz von Wachmeister Dimpfelmoser ins Spritzenhäusschen gebracht und im Publikum waren einige Stimmen zu hören die sagten: «Was, ist schon fertig?»

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