Stein-Serie

«Jeder Edelstein ist ein Geschenk der Natur»: Blick in einen Solothurner Schmuckladen

Alain Killer im Schmuckladen seiner Familie am Friedhofplatz in Solothurn. Er verkauft leidenschaftlich gerne hochwertigen Schmuck mit edlen Steinen.

Alain Killer im Schmuckladen seiner Familie am Friedhofplatz in Solothurn. Er verkauft leidenschaftlich gerne hochwertigen Schmuck mit edlen Steinen.

Alain Killer, Schmuckhändler aus Solothurn, arbeitet mit Edelsteinen. Der letzte Teil unserer Sommerserie «Steine».

Am Friedhofplatz 7 in Solothurn besteht seit 45 Jahren unter dem Namen Killer ein Verkaufsgeschäft. Wurden hier zunächst noch exotische Kleider und Accessoires aus aller Welt angeboten, gibt es in den Parterre-Räumen des ehemaligen Tugginerhauses heute Edelsteine sowie Gold- und Platinschmuck vom Feinsten zu kaufen. Es ist die Familie Killer, Mutter Gertrud und Vater Erwin sowie der 50-jährige Sohn Alain, die hier ihr Geschäft betreiben; seit zwanzig Jahren nur noch mit edlem Schmuck.

«Unser Laden hat sich organisch entwickelt», berichtet Alain Killer und erinnert sich an die Anfänge des Schmuckgeschäftes seiner Eltern. In den ersten Jahren wurde vor allem Modeschmuck aus verschiedensten Materialien wie Silber, Holz oder auch Kunststoff teilweise in Nachtarbeit selbstproduziert und verkauft. Im Laufe der Zeit kamen immer edlere und damit teurere Materialien dazu, die zusehends den Modeschmuck ganz aus dem Sortiment verdrängten. Seit mehr als zwei Jahrzehnten umfasst das Angebot ausschliesslich Schmuckstücke in Gold oder Platin mit echten Diamanten und Edelsteinen.

Von Lieferanten des Vertrauens

«Jeder Edelstein ist etwas Aussergewöhnliches, nichts Selbstverständliches – ein Geschenk der Natur», sagt Alain Killer. Er erklärt, dass sie die Steine für ihr Geschäft grösstenteils auf europäischen Fachmessen besorgen, aber zudem auch auf ein weltweites Netz von langjährigen Lieferanten des Vertrauens zugreifen. «Entweder man sucht und findet ganz explizit einen besonderen Stein, wie ihn beispielsweise ein Kunde wünscht, oder wir kaufen nach passendem Angebot und Preis», beschreibt Killer das Vorgehen.

Aus seinen «Lagersteinen» kreiert Killer Schmuck, den er im Laden zum Verkauf anbietet. «Ich lasse mich von den Steinen inspirieren, verfasse Entwürfe – auch mittels CAD – und stelle das Schmuckstück je nach Anforderung von Hand oder über 3D-Druck her.» Er sei durch jahrelanges Zusehen, Ausprobieren und Vervollkommnen zum Goldschmied geworden», sagt er.

In dieser Branche Modetrends zu folgen, sei für ein Unternehmen ihrer Grösse nicht sinnvoll und auch nicht selber angestrebt. «Wir kaufen oder stellen her, was uns gefällt, was zu uns passt, wovon wir wissen – oder ahnen –, dass es Kundschaft dafür gibt.» Den meisten Schmuck bieten Killers im Mittelpreissegment an; es gebe zwar Ausschläge nach oben oder unten, aber: «Wichtig ist uns in erster Linie, den Kunden zufriedenzustellen.»

Der Schmuckhandel ist eine sehr finanzintensive Angelegenheit und deshalb ist die Familie auch besonders stolz darauf, seit so vielen Jahren erfolgreich ohne Fremdkapital zu «geschäften».

Bei Killer sind in den Vitrinen viele unterschiedliche Edelsteine zu sehen. Saphire, Rubine, Smaragde, aber auch Turmaline, Mondsteine, Aquamarine. Aufgrund von Herkunft, Farbintensität, Reinheit, Schliffqualität, Gewicht und etlichen anderen Kriterien ergibt sich der Preis für einen Edelstein. Alain Killer hat sich im Laufe der Jahre auf dem Gebiet ein enormes Wissen darüber erarbeitet. Er wie auch sein Vater Erwin sind Mitglieder bei der Deutschen Gemmologischen Gesellschaft.

Vorsicht bei Ferien-Schnäppchen

Gerade jetzt, nach der Ferienzeit ist das Fachwissen von Alain Killer immer wieder mal gefragt. «Es kommen Kunden in den Laden, die im Ausland sogenannte Schnäppchen erstanden haben und nun wissen wollen, was die Sachen wert sind.» Schmuck und Edelsteine, die – so sagte man ihnen – von Topqualität und nirgendwo günstiger seien. «Leider weist ein sehr grosser Teil aller so gekauften Objekte nicht unseren mitteleuropäischen Standard auf», erlebt Killer immer wieder. Angeboten werden Schmuckstücke, die häufig üppig mit Diamanten von minderer Qualität dekoriert und teilweise unsorgfältig verarbeitet sind, sowie grösstenteils – zwecks attraktiverer Preisgestaltung – mit möglichst wenig Materialeinsatz produziert wurden.

«Ich sage immer: Lieber etwas mehr Geld im lokalen Handel des Vertrauens ausgeben, um damit im Servicefall auf rasche Hilfe zählen zu können.» Allerdings sagt Killer noch: «Ich würde nie einen Edelstein nur als reine Kapitalanlage kaufen. Ein Stein muss Freude machen; man muss leidenschaftlich für solche Steine brennen.»

Edelsteine sind ein weites Feld. «Heute wird vieles im Internet angeboten. Auch da muss man auf der Hut sein», empfiehlt Killer, betont aber, dass einige seriöse Anbieter darunter seien und, dass hier durchaus Schnäppchen möglich sind.

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