Auf dem Hüslerhof von Daniela und Jörg Aregger in Egerkingen hat das Co-Präsidium des kantonalen Komitees «Ja zur Ernährungssicherheit» seine Argumente für ein Ja am 24. September vorgestellt. Um die Schweizer Bevölkerung auch in Zukunft mit genügend, qualitativ hochwertigen und fair produzierten Lebensmitteln versorgen zu können, brauche es den Verfassungsartikel zur Ernährungssicherheit, ist sich das Co-Präsidium unter dem Lead des Solothurner Bauernverbandes einig.

Als wahrscheinlich erstes Land der Welt könne sich die Schweiz mit einem Ja als Pionierin positionieren und eine der grossen kommenden Herausforderungen aktiv angehen: «Weil die Menschheit wächst, das fruchtbare Land begrenzt und Wasser zunehmend knapp ist, aber auch weil der Klimawandel die Produktionsbedingungen unstabiler macht, sind alle Länder gefordert», so das Komitee.

Andreas Vögtli, Präsident des Solothurner Bauernverbandes, erläuterte die Vorteile der Vorlage: «Die Ernährungssicherheit wird vom Feld bis auf den Teller in der Verfassung verankert. Dazu gehören die Sicherung des Kulturlandes, eine standortangepasste und ressourceneffiziente Lebensmittelproduktion, eine auf den Markt ausgerichtete Schweizer Land- und Ernährungswirtschaft sowie grenzüberschreitender Handel.»

Rita Hänggi, Präsidentin des Solothurner Bäuerinnen- und Landfrauenverbandes, will die Nahrungsmittelproduktion erhalten und die Selbstversorgung stärken. «Wir sind optimal ausgebildet, um die Bevölkerung mit sorgfältig und fachgerecht produzierten Nahrungsmitteln aus fruchtbaren Böden zu versorgen.» Ressourcen schonen heisse auch, regionale und saisonale Produkte zu berücksichtigen.

Für den grünen Solothurner Kantonsrat Christof Schauwecker ist zentral, dass der neue Artikel die nachhaltige inländische Produktion stärkt und beim Import von Lebensmitteln auf das Prinzip des fairen Handels setzt. Damit fördere man in der Schweiz wie auch in der übrigen Welt eine langfristig tragbare und sozial gerechte Landwirtschaft.

Walter Wobmann, Nationalrat SVP, will die Selbstversorgung der Schweiz mit heimischen Nahrungsmitteln stärken. Die jetzige Agrarpolitik degradiere die Landwirte zu Landschaftsgärtnern und vernachlässige die Produktion. «Das Wichtigste im Leben, nämlich die Ernährung, gehört in die Verfassung.»

Marie-Theres Widmer, Solothurner CVP-Kantonsrätin und Bäuerin, betont: «Wir wollen so produzieren, dass auch die kommenden Generationen gute Produktionsgrundlagen und eine Zukunftsperspektive im Beruf haben.»

Hoffnung auf weniger Bauland

Für Markus Dietschi, Landwirt und BDP-Kantonsrat, braucht es die Ernährungssicherheitsinitiative, damit das Kulturland besser vor Überbauung geschützt werden kann. «Die heutigen gesetzlichen Grundlagen reichen dafür nicht aus. Die Verschandelung von fruchtbarem, produktivem Boden geht sonst ungehindert weiter.» Schon heute verfüge man in der Schweiz nur noch über fünf Aren Landwirtschaftsland pro Einwohner. Das ist am zweitwenigsten weltweit, ergänzte Dietschi sein Votum.

Für FDP Kantonsrätin Vreni Meyer-Burkhard ist die Schweizer Landwirtschaft ein wichtiger Wirtschaftsfaktor: «Neben der Produktion von Lebensmitteln ist die wirtschaftliche Bedeutung der Landwirtschaft für das Gewerbe in den vor- und nachgelagerten Branchen sehr wichtig.»
Daniela und Jörg Aregger, die Gastgeberbauernfamilie, konnte mit ihrer vielfältigen und nachhaltigen Produktion auf ihrem Hof aufzeigen, dass sie die Herausforderungen der Zukunft aktiv angehen. Sie wünschen sich mehr Wertschätzung der Konsumenten gegenüber den Nahrungsmitteln. «Lediglich 7 Prozent gibt der Schweizer im Durchschnitt für Lebensmittel aus und hat immer noch das Gefühl, dies sei zu viel», führte Jörg Aregger ins Feld. (mgt)