IV Kanton Solothurn
IV entlarvt Versicherungsbetrüger – und spart 8,6 Millionen

92 Verdachtsmeldungen wegen Versicherungsmissbrauch gingen 2017 bei der IV Kanton Solothurn ein. Einigen ging sie nach. Dank Aufdeckung grosser Fälle spart die IV viel Geld.

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In rund fünf Prozent der Fällen wurden Detektive eingesetzt.

In rund fünf Prozent der Fällen wurden Detektive eingesetzt.

KEYSTONE/EPA/DAVID CHESKIN

Bei der IV Kanton Solothurn gingen im vergangenen Jahr 92 Verdachtsmeldungen wegen Versicherungsmissbrauch ein. Dies geht aus den Zahlen zum vergangenen Geschäftsjahr der IV hervor. In 35 dieser Fälle war laut IV-Mediensprecherin Pia Wälti «auf den ersten Blick» klar, dass an den Vorwürfen nichts dran ist. In 57 Fällen musste die IV aber genauer hinschauen. Auch mit Sozialdetektiven. Wälti betont aber, dass diese im Kanton nur als «allerletztes Mittel» eingesetzt werden. Und zwar in rund fünf Prozent der Fälle.

In einem Drittel der 57 Fälle wurden Leistungen schliesslich gekürzt oder aufgehoben, in zwei Fällen gab es einen Strafantrag. Ansonsten müsse die IV diesen Personen bis ins Pensionsalter Leistungen zahlen. Dank der Aufdeckung dieser Fälle sparte die IV 2017 8,6 Millionen Franken – weil sie ansonsten Leistungen bis ins Rentenalter der Betrüger gezahlt hätte.

60 Prozent eingegliedert

Mehr Eingliederungen als im letzten Jahr – auch das geht aus dem «Jahresspiegel 2017» der IV hervor. 703 Eingliederungen vollzog die IV im vergangenen Jahr. Somit fand in 60 Prozent der knapp 1170 Fälle eine Eingliederung in den Arbeitsmarkt statt – via internen Jobwechsel oder Umschulung. Nebst Wiedereingliederung ist die IV auch für Gutsprachen von Hilfsmitteln zuständig. Etwa für Hörgeräte oder elektrische Rollstühle. Letztes Jahr sprach die IV so 9'818'446 Franken.

Zudem sprach die IV 632 Neurenten aus. Laufende Renten werden periodisch überprüft. Eine Aufhebung oder Reduktion der Renten fand in rund 200 der 541 im 2017 überprüften Fällen statt. In 143 Fällen gab es eine Erhöhung der Rente.

Wer mit einem IV-Entscheid nicht einverstanden ist, kann Beschwerde einreichen, oder eine Anhörung anfordern. Davon fanden 2017 740 statt. Das kantonale Versicherungsgericht befasste sich mit 176 Fällen. Davon wurden 24 gutgeheissen – in den restlichen Fällen obsiegte die IV ganz oder teilweise. Auch bis vor Bundesgericht kamen 15 Fälle. Dort gewann jedoch nur ein Beschwerdeführer. (NKA)

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