Berner Verwaltungsgericht
Italiener der dritten Generation muss die Schweiz verlassen

Ein Italiener der dritten Generation muss nach Verbüssung einer mehrjährigen Freiheitsstrafe die Schweiz verlassen, obwohl er sein ganzes Leben hier verbracht hat. Das hat das bernische Verwaltungsgericht entschieden.

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Sicht auf den Innenraum des Verwaltungsgerichts Bern (Archiv)

Sicht auf den Innenraum des Verwaltungsgerichts Bern (Archiv)

Keystone

Der 33-jährige Mann machte geltend, er sei hier geboren und spreche perfekt Mundart. Ausserdem habe er alle Schulen und seine Ausbildung in der Schweiz absolviert und sei mit einer Schweizerin verheiratet. In Italien habe er nur entfernte Verwandte, zu denen er keinen Kontakt mehr habe.

Das Verwaltungsgericht entgegnet in dem am Montag publizierten Urteil, das «sehr schwere Verschulden» des Mannes rechtfertige die Wegweisung. Bis 2011 habe er sich über 20 Delikte zu Schulden kommen lassen, darunter Raub, Diebstahl, Hausfriedensbruch und einfache Körperverletzung.

Das Obergericht des Kantons Solothurn verurteilte ihn im September 2011 auch wegen Verstössen gegen das Betäubungsmittel- und das Waffengesetz zu einer dreijährigen Freiheitsstrafe. Der Wohnort-Kanton Bern ordnete 2012 die Wegweisung nach der Haftentlassung an.

Diesen Entscheid hat das Verwaltungsgericht nun bestätigt und eine Ausreisefrist auf den 15. Januar 2015 angesetzt. Der Mann sei «nicht willens oder fähig, sich an die hiesige Rechtsordnung zu halten», stellte das Gericht fest.

Einem Neustart in Italien stünden «keine unüberwindbaren Hindernisse» entgegen, der Mann sei schliesslich gesund und der italienischen Sprache mächtig. Seiner Schweizer Frau dürfe zugemutet werden, dass sie dem Mann ins Nachbarland folge, obwohl sie kaum Italienisch spreche und in der Schweiz eine Festanstellung habe.

Zum Zeitpunkt der Heirat sei ihr ja bekannt gewesen, was ihr Mann alles auf dem Kerbholz habe. Das Paar habe damals also nicht einfach damit rechnen dürfen, «die Ehe in der Schweiz leben zu können».