In ihren pinken T-Shirts mit dem Aufdruck «Sport for Good» blicken zahlreiche Mädchen im Alter von 12 bis 18 Jahren zu ihren Vorbildern hoch auf die Bühne. Gespannt warten im Solothurner Kofmehl die Teilnehmerinnen der Mädchenwoche auf den Beginn des Podiums.

Während diesem sprechen drei erfolgreiche Frauen über ihren Beruf, ihre Familie und ihre Erfahrungen, alles unter einen Hut zu bringen: die Politikerin Pascal Bruderer Wyss, die ehemalige Kunstturnerin Ariella Käslin und die Unternehmerin Franziska von Weissenfluh.

Alle drei sind Unterstützerinnen der Stiftung «Laureus Girls in Sport» (siehe Kasten). «Die Sprecherinnen sind heute hier um euch zu motivieren, und zu inspirieren bei der Wahl eures Berufsweges», eröffnete Moderatorin Karen Schärer, Redaktorin der az Aargauer Zeitung, das Gespräch.

Alles unter einen Hut bringen

Die Teilnehmerinnen der Mädchenwoche wollen von den drei Frauen wissen: Muss, wer Kinder haben will, sich zwischen Karriere und Kind entscheiden? «Die Arbeit gibt mir einen guten Ausgleich zur Familie und ungekehrt», antwortet die junge Politikerin Pascal Bruderer auf die Frage, «es ist immer üblicher, dass Mann und Frau gemeinsam ihr Kind erziehen.»

Dadurch habe eine Frau auch viel mehr Spielraum. Der Mann könne so beispielsweise an einem Tag auf das Kind aufpassen, die Frau während zweier Tage. Die restliche Zeit decke die Kinderkrippe ab. «Meine Tochter geht unglaublich gerne in die Krippe», erklärt Bruderer.

Aber jeder müsse für sich selber eine Lösung finden. «Das Problem ist nur, dass die Krippe meist nicht zur gewünschten Zeit geöffnet ist», weist die Unternehmerin von Weissenfluh auf eine Schwierigkeit hin. Wenn sie morgens um 7 Uhr zur Arbeit gehen müsse, könne sie ihre Kinder noch nicht in die Krippe bringen. «Familie und Karriere ist tatsächlich eine Herausforderung.»

Den richtigen Weg einschlagen

«Lasst euch Zeit, euren Beruf zu finden», sagt die Schweizer Kunstturnerin Käslin vor dem jungen Publikum. «Versucht, bis ihr findet, was ihr sucht.» Sie wisse mit ihren 25 Jahren immer noch nicht, wohin es beruflich gehen soll. «Ich war zuerst an der Kunsthochschule, bevor ich in die Wirtschaft gerutscht bin», erklärt Franziska von Weissenfluh ihren Weg in die Wirtschaft.

Viele Wege würden eben ans Ziel führen. Manchmal ist der Plan B, der richtige Plan: «Ursprünglich wollte ich Handballspielerin werden, aber aufgrund einer Verletzung konnte ich nicht mehr spielen. Da habe ich mich umorientieren müssen», erklärt Bruderer. Irgendwie habe sie dann ihre Leidenschaft für Politik entdeckt.

«Es spielt keine Rolle, was andere können, nur was ihr könnt – also vergleicht euch nicht», sagt die Politikerin.

Es sei nur wichtig, dass man selbst unterscheiden könne, zwischen dem, was man kann und was man gerne macht. «Auch solltet ihr eine realistische Vorstellung davon haben, wie euer Beruf aussieht», gibt Bruderer den Mädchen auf den Weg.