Die Solothurner Spitäler AG (soH) müssen zu Sondermassnahmen greifen, weil sie gewisse Stellen, etwa in der Notfall- oder Intensivpflege, kurzfristig nicht besetzen können. Seit geraumer Zeit bucht die soH deshalb bei Stellenvermittlungsbüros Temporär-Angestellte.

Das hat nun bei der Solothurner SP Bedenken ausgelöst – nicht nur, aber auch wegen der Arbeitsbedingungen. «Das Spital ist eine hochkomplexe Organisation», schreibt die SP-Fraktion in einer kleinen Anfrage im Kantonsrat und zweifelt, ob mit sporadisch und temporär eingesetztem Personal die nötige Routine bei den Abläufen und damit letztlich die Qualität sichergestellt werden kann. «Die Pensen sind zum Teil sehr klein, und das Personal kommt oft von weit her.»

Weder die Regierung noch die Solothurner Spitäler sehen aber ein Problem, wie aus Antwort auf die Anfrage hervorgeht. Schliesslich könne durch die Temporäranstellungen «die Unterbesetzung einer Fachabteilung oder gar die Schliessung von Betten vermieden werden.» Weiter heisst es in der Antwort des Regierungsrates: «Die von der soH über Temporär-Firmen angestellten, ausgewiesenen Fachpersonen arbeiten in klaren Mangelberufen und könnten jederzeit eine Festanstellung bei der soH erhalten.» Meist möchten die Personen aber aus unterschiedlichen Gründen – wie etwa einer Weiterbildung – nur temporäre Arbeitsverhältnisse.

«Ähnliche Arbeitsbedingungen»

Bezüglich Ausbildung und Erfahrung würden die gleichen Anforderungen gelten, die auch Festangestellte erfüllen müssen. Und auch von einer Sparmassnahme könne nicht gesprochen werden: «Die Anstellung dieser Fachpersonen kommt die soH deutlich teurer als eine Direktanstellung.» Wenig konkret äussern sich die soH zu den Anstellungsbedingungen: Wo möglich, heisst es lediglich, werde darauf geachtet, «dass diese Temporär-Mitarbeitenden dieselben oder ähnliche Konditionen erhalten respektive zu ähnlichen Anstellungsbedingungen angestellt sind, wie wenn sie direkt bei den soH angestellt wären.»

In puncto Kosten rechnen die soH mit 60 Prozent Zuschlag auf den Stundenlohn eines regulär Angestellten. «Die Temporär-Firma deckt damit einerseits Kosten, die der soH bei der Direktanstellung auch entstehen würden (z. B. Sozialversicherungen, Pensionskasse, Abgeltung für Ferien und Feiertage) und natürlich auch ihre Unkosten und ihren Gewinnbeitrag.»