Seilbahn Weissenstein AG
Ist das Projekt erfolgreich beendet, soll das Interesse an Seilbahn-Aktien steigen

Aktien der Seilbahn Weissenstein AG werden neu auf einer Handelsplattform verkauft und gekauft. Der Aktienkurs liegt bei 104 Franken. Noch ist das Interesse aber verhalten. Bei der Seilbahn Weissenstein AG ist man dennoch zuversichtlich.

Franz Schaible
Merken
Drucken
Teilen
Blick auf die verbreiterte Seilbahnschneise
11 Bilder
Blick auf die verbreiterte Seilbahnschneise
Die Bäume werden für den Transport zurechtgestutzt
Die Bäume werden mit der Seilwinde auf Strassenniveau heraufgezogen
Die gefällten Bäume werden mit schwerem Gerät zum Lastwagen transportiert
Die gefällten Bäume werden mit einer Seilwinde die Schneise hochgezogen
Rodungsarbeiten auf dem Weissenstein haben begonnen
Die gefällten Bäume werden mit schwerem Gerät zum Lastwagen transportiert
Die gefällten Bäume werden mit schwerem Gerät zum Lastwagen transportiert
Die zur Strasse hinaufgezogenen Bäume werden mit mit speziellen Forstmaschinen zum Lastwagen transportiert
Die Bergstrasse ist heute von 07:00 bis 17:00 gesperrt.

Blick auf die verbreiterte Seilbahnschneise

Hanspeter Bärtschi

Jetzt gilt es Ernst: Die Maschinen sind zwischen Oberdorf und Nesselboden aufgefahren, die Rodungsarbeiten für die neue Gondelbahn auf den Solothurner Hausberg sind im vollen Gange.

Mit dem Startschuss zum Neubau soll auch der Handel mit den Aktien der Betreiberin, der Sesselbahn Weissenstein AG, belebt werden. Deshalb sind die Titel neu auf der Handelsplattform der OTC-X der Berner Kantonalbank gelistet und werden seit Montag darüber gehandelt.

Bereits während der Bewilligungsphase habe er im Zusammenhang mit der Unterschriftensammlung für die neue Bahn in der Öffentlichkeit ein erhöhtes Interesse an einer Aktienbeteiligung gespürt, sagt Rolf Studer, Vizepräsident der Seilbahn Weissenstein AG.

Interesse noch bescheiden

Hauptgrund für den Gang an die Handelsplattform für nicht börsenkotierte Titel sei aber rein technischer Natur. «Wir wollen die Abwicklung von Kauf und Verkauf der Aktien vereinfachen.» Der Zugang sei nun für alle Interessierte über jede Bank möglich.

Zuvor sei der Handel über die Regiobank Solothurn abgelaufen, die übrigens dieses Vorgehen im Sinne einer Vereinfachung vorgeschlagen habe. Der Schritt diene nicht einer möglichen erfolgversprechenderen Beschaffung von zusätzlichem Eigenkapital und es gebe keine Pläne für eine Kapitalerhöhung.

Kurhaus: «Leider herrscht absolute Funkstille»

Bereits in rund einem Jahr wird die neue Gondelbahn erstmals von Oberdorf auf den Weissenstein fahren. Nach einem jahrelangen juristischen Hickhack erfolgte diesen September der Spatenstich für die neue Bahn. Was passiert aber mit dem Kurhaus auf dem Hausberg, welches die Regiobank Solothurn im Winter 2010/11 kaufte? Wie weit ist die Planung für Umbau und Erneuerung fortgeschritten? Wie sieht der Zeitplan aus? Mit welcher Investitionssumme ist zu rechnen? Wird der Hotelbetrieb wieder aufgenommen? Sucht die Bank einen Investor? Fragen, die sich für die Bevölkerung ein Jahr vor der Bahneröffnung aufdrängen. «Dazu wollen wir im Moment nichts sagen», wiegelt Markus Boss, Chef der Regiobank, ab. Man sei am Arbeiten und Organisieren und werde zu gegebener Zeit informieren. Noch dieses Jahr? Auch das lässt Boss offen. Nur eines kann er versprechen: «Das Kurhaus wird im Winter 2014/15 wieder offen sein.» Eine weitere Anfrage bei Kurt Fluri, Solothurner Stadtpräsident und VR-Vizepräsident der Regiobank, bringt auch nichts Handfestes. «An der nächsten Verwaltungsratssitzung der Soleika AG werden erste konkrete Entscheide getroffen werden.» Mehr könne er nicht sagen. Die Soleika als 100-prozentige Tochter der Regiobank erwarb damals das Kurhaus. Auch Jürgen Hofer, Direktor von Region und Kanton Tourismus Solothurn, wartet auf Antworten. «Leider herrscht seitens der Besitzerin absolute Funkstille.» Dabei sei es extrem wichtig, bald Näheres über die Pläne zu erfahren. Damit der Hausberg wieder lebe, brauche es neben der neuen Bahn auch ein funktionierendes Konzept für das Kurhaus. «Die Bahn als Zubringerin und das Kurhaus als Abnehmer von Gästen sind voneinander abhängig.» (fs)

Das Interesse an den Aktien der Seilbahn Weissenstein AG ist noch bescheiden. Am ersten Handelstag wechselten in drei Transaktionen gerade 12 Aktien den Besitzer. Gestern fand gar kein Handel statt. Der Aktienkurs liegt bei 104 Franken. Rolf Studer gibt sich aber gelassen. «Wenn wir unsere Vision und das Seilbahnprojekt erfolgreich zu Ende führen, wird sich das Interesse an den Weissenstein-Aktien verstärken.» Der Titel bleibe wohl eine Liebhaberaktie, man sei aber bestrebt, ansprechende Geschäftsresultate zu erzielen.

Das Aktienkapital der Seilbahn Weissenstein AG von 12,2 Millionen Franken ist eingeteilt in 122 202 Inhabertitel mit einem Nominalwert von 100 Franken. Wie viele Aktionäre die Seilbahn Weissenstein AG aktuell zählt, kann Studer nicht sagen. Nach der Kapitalerhöhung im Jahr 2007 um knapp 12 Millionen Franken habe sich das Aktionariat damals zusammengesetzt aus der öffentlichen Hand mit rund 7 Prozent und privaten Teilhabern mit 93 Prozent.

Neue Bahn bestellt

Nebst den begonnenen Rodungsarbeiten werden die Arbeiten auch auf anderen Ebenen vorangetrieben. «Die Bahnanlage und die 49 Gondeln haben wir inzwischen bei der Zuger Garaventa und der Oltner CWA bestellt», meldet Rolf Studer. Beide Firmen gehören zur österreichischen Doppelmayr-Gruppe.