Jetzt gilt es Ernst: Die Maschinen sind zwischen Oberdorf und Nesselboden aufgefahren, die Rodungsarbeiten für die neue Gondelbahn auf den Solothurner Hausberg sind im vollen Gange.

Mit dem Startschuss zum Neubau soll auch der Handel mit den Aktien der Betreiberin, der Sesselbahn Weissenstein AG, belebt werden. Deshalb sind die Titel neu auf der Handelsplattform der OTC-X der Berner Kantonalbank gelistet und werden seit Montag darüber gehandelt.

Bereits während der Bewilligungsphase habe er im Zusammenhang mit der Unterschriftensammlung für die neue Bahn in der Öffentlichkeit ein erhöhtes Interesse an einer Aktienbeteiligung gespürt, sagt Rolf Studer, Vizepräsident der Seilbahn Weissenstein AG.

Interesse noch bescheiden

Hauptgrund für den Gang an die Handelsplattform für nicht börsenkotierte Titel sei aber rein technischer Natur. «Wir wollen die Abwicklung von Kauf und Verkauf der Aktien vereinfachen.» Der Zugang sei nun für alle Interessierte über jede Bank möglich.

Zuvor sei der Handel über die Regiobank Solothurn abgelaufen, die übrigens dieses Vorgehen im Sinne einer Vereinfachung vorgeschlagen habe. Der Schritt diene nicht einer möglichen erfolgversprechenderen Beschaffung von zusätzlichem Eigenkapital und es gebe keine Pläne für eine Kapitalerhöhung.

Das Interesse an den Aktien der Seilbahn Weissenstein AG ist noch bescheiden. Am ersten Handelstag wechselten in drei Transaktionen gerade 12 Aktien den Besitzer. Gestern fand gar kein Handel statt. Der Aktienkurs liegt bei 104 Franken. Rolf Studer gibt sich aber gelassen. «Wenn wir unsere Vision und das Seilbahnprojekt erfolgreich zu Ende führen, wird sich das Interesse an den Weissenstein-Aktien verstärken.» Der Titel bleibe wohl eine Liebhaberaktie, man sei aber bestrebt, ansprechende Geschäftsresultate zu erzielen.

Das Aktienkapital der Seilbahn Weissenstein AG von 12,2 Millionen Franken ist eingeteilt in 122 202 Inhabertitel mit einem Nominalwert von 100 Franken. Wie viele Aktionäre die Seilbahn Weissenstein AG aktuell zählt, kann Studer nicht sagen. Nach der Kapitalerhöhung im Jahr 2007 um knapp 12 Millionen Franken habe sich das Aktionariat damals zusammengesetzt aus der öffentlichen Hand mit rund 7 Prozent und privaten Teilhabern mit 93 Prozent.

Neue Bahn bestellt

Nebst den begonnenen Rodungsarbeiten werden die Arbeiten auch auf anderen Ebenen vorangetrieben. «Die Bahnanlage und die 49 Gondeln haben wir inzwischen bei der Zuger Garaventa und der Oltner CWA bestellt», meldet Rolf Studer. Beide Firmen gehören zur österreichischen Doppelmayr-Gruppe.