Römisch-katholische Synode

Ist «Arbeiten für Gottes Lohn» noch zeitgemäss?

Der Wallfahrtsort muss sich auf eine Zeit vorbereiten, wo er vielleicht wieder ohne Mönche auskommen muss.

Der Wallfahrtsort muss sich auf eine Zeit vorbereiten, wo er vielleicht wieder ohne Mönche auskommen muss.

An der Versammlung der römisch-katholischen Synode in der Solothurner Jesuitenkirche war das Kloster Mariastein Thema.

Das Gebet muss der Arbeit vorangehen: Das ist die Überzeugung der römisch-katholischen Synode. Und deshalb begann deren Versammlung kürzlich auch mit einer Eucharistiefeier in der Solothurner Jesuitenkirche.

Präsident Kurt von Arx begrüsste 107 Synodale, die 73 Kirchgemeinden vertreten. Im Jahresbericht wurden die zwei wichtigen Jubiläen von 2017 hervorgehoben «600 Jahre Heiliger Bruder Klaus» und «500 Jahre Reformation», zu denen einige Anlässe unter Beteiligung der Synode stattfanden. Auch die gute Zusammenarbeit im Synodalrat und der regelmässige Austausch mit den Kirchgemeinden, der Bistumsregion St. Verena und Bischof Felix Gmür wurden dankend erwähnt.

Abt Peter von Sury: Ein Mann mit Familiengeschichte

Gastreferent Abt Peter von Sury vom Benediktinerkloster Mariastein stellte sein Referat unter den Titel «Mariastein 2025 – Aufbruch ins Ungeahnte». Im Jahr 1967, als 17-Jähriger, hat Abt Peter eine Sitzung des Kantonsrates besucht und dort den Begriff «Arbeiten für Gottes Lohn» zum ersten Mal gehört. Sein Urgrossvater Josef von Sury, ein führender katholisch-konservativer Politiker zur Zeit des Kulturkampfes, hatte sich 1874 im gleichen Kantonsratssaal gegen die Aufhebung des Klosters Mariastein eingesetzt.

Das aufgehobene Kloster wurde 1971 vom Staat Solothurn den Benediktinermönchen zurückgegeben. Und nun muss sich der Wallfahrtsort auf eine Zeit vorbereiten, wo er vielleicht wieder ohne Mönche auskommen muss. Nicht weil sie wie im 19. Jahrhundert vertrieben wurden, sondern weil es an Nachwuchs fehlt. Mit dem Projekt «Mariastein 2025» geht das Kloster diese schwierige Herausforderung an. «Arbeiten für Gottes Lohn» reiche nicht mehr als Antwort. Das zeige sich bereits dadurch, dass der jährliche Beitrag der Synode von 20'000 Franken nur einen Teil der Lohnkosten des Sakristans abdeckt.

Bei der Erfolgsrechnung 2017 entspricht der Ertrag von 3,03 Mio. Franken weitgehend dem Budget. Wichtigster Ertragsposten ist der kantonale Finanzausgleich. Dieser wird sich - wie vom Regierungsrat angekündigt - in einigen Jahren um rund 20 Prozent verringern. Der effektive Aufwand 2017 war kleiner als budgetiert. Dies erlaubte es, die Einlage in den Finanzausgleichsfonds mehr als zu verdoppeln, auf 400'000 Franken gegenüber den budgetierten 160'000.

Dafür wurde ein Nachtragskredit von 240'000 Franken bewilligt. Es bleibt ein Ertragsüberschuss von 35'659 Franken. Wie für andere Organisationen gilt auch hier: Spare in der Zeit, dann hast du in der Not. Die Rechnung wurde diskussionslos genehmigt und der Präsident dankte Finanzverwalter Dominik Portmann und Ressortleiter Urs Umbricht für die im Jahresverlauf geleistete Arbeit. Die Aufnahme des Heilpädagogischen Religionsunterrichts mit 50 Prozent in den Stellenplan bedingte eine Anpassung der Dienst- und Gehaltsordnung.

Für die Legislaturperiode 2018-2022 stellen sich alle bisherigen Synodalrätinnen und Synodalräte einschliesslich Präsident Kurt von Arx und Vizepräsident Urs Umbricht wieder zur Verfügung. Sie wurden denn auch mit grossem Applaus in ihren Ämtern bestätigt.
Zum Schluss richteten Regierungsrat Remo Ankli und der Präsident der Solothurnischen Interkonfessionellen Konferenz, Ruedi Köhli, und Bischofsvikar Arno Stadelmann Grussworte an die Versammlung.

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