Meinung aus Zürich
Investition in die Klus sei sinnvoller als in die Solothurn-Moutier Bahn

Die Zukunft der Solothurn-Linie war diese Woche sogar der «Neuen Zürcher Zeitung» der Rede wert. Laut der NZZ sollen Bund die Finger lassen von den unnötigen Investitionen.

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Laut NZZ sollen Kanton und Bund die Finger von einer Moutier-Bahn Investition lassen. (Archiv)

Laut NZZ sollen Kanton und Bund die Finger von einer Moutier-Bahn Investition lassen. (Archiv)

Hanspeter Bärtschi

Laut der «Neuen Zürcher Zeitung» sollen Bund und Kanton insbesondere auf eine Tunnel-Sanierung, deren Kosten von der Bahnlinienbesitzerin BLS mit 170 Mio. Franken veranschlagt werde, verzichten.

Der Umgang mit dieser Bahnlinie werde «zu einem Exempel dafür, ob der Bund und die Kantone endlich bereit sind, den Verkehr als Verbundsystem zu begreifen, und Investitionen in den einen oder anderen Verkehrsträger davon abhängig machen, ob dieser am jeweiligen Ort wesensgerecht ist», hält der Autor fest.

Sprich: Die beste Lösung sei eine Konzentration der Mittel zugunsten einer besseren Erschliessung der Region Thal via Oensingen. «Der Schlüssel dafür liegt aber nicht auf der Schiene, sondern auf der Strasse – bei der Entschärfung des Flaschenhalses in der Klus zwischen Balsthal und Oensingen durch eine Umfahrungsstrasse.» Auf diese Weise könnte der Weg frei gemacht werden für einen möglichen Schnellbus vom westlichen Thal Richtung Solothurn als taugliche öV-Alternative.

Zur Begründung der Tunnel-Skepsis wird auch ausgeführt, dass primär eigentlich «nur» die Gemeinden Gänsbrunnen und Welschenrohr (mit zusammen 1300 Einwohnern) auf die Bahnverbindung durch den Weissensteintunnel nach Solothurn fokussiert seien. Dagegen würden über zwei Drittel der 14 000 Einwohner des Thal in der östlichen Hälfte des Bezirks und damit im direkten Einzugsgebiet von Oensingen wohnen. Und dort wiederum, so der Autor, würden schliesslich direkte Anschlüsse an die Autobahn 1 und an das SBB-Schnellzugsangebot bestehen.

Die direkte Eisenbahn nach Solothurn habe jedenfalls keine positive demografische Entwicklung im Thal bewirkt, unkt die «NZZ» sarkastisch: Der Bezirk Thal sei «in der Schweiz der einzige ausserhalb des Alpenraumes, dessen Bevölkerung zwischen 2010 und 2013 nicht zugenommen hat». (ums.)