Amtsgericht Olten-Gösgen
Internet-Gauner erhält höhere Strafe als gefordert

Eine Freiheitsstrafe von 20 Monaten, 9 davon unbedingt: Diese Strafe verhängte das Amtsgericht Olten-Gösgen über einen 24-jährigen Niederämter. Der Beschuldigte hatte vor drei Jahren Mobiltelefone und Laptops auf Internetplattformen angeboten und verkauft, ohne diese anschliessend zu liefern, weil er diese nicht besass.

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Der Mann ergaunerte 53'000 Franken. (Symbolbild)

Der Mann ergaunerte 53'000 Franken. (Symbolbild)

KEYSTONE/ANTHONY ANEX

Insgesamt ergaunerte er sich so rund 53'000 Franken. Er musste sich am Mittwoch wegen gewerbsmässigen Betrugs in 110 Fällen, mehrfachen Fahrens ohne Führerausweis und mehrfachen Ungehorsams im Betreibungs- und Konkursverfahren vor dem Amtsgericht verantworten.

Damit ist das Urteil höher ausgefallen, als Staatsanwalt Christoph Fricker dies am Mittwoch gefordert hatte. Dieser hatte eine 18-monatige Freiheitsstrafe verlangt. Amtsgerichtsschreiberin Madeleine Altwegg begründete das höhere Strafmass wie folgt: «Der Staatsanwalt forderte 18 Monate und für das Fahren ohne Ausweis eine Geldstrafe. Weil der Angeklagte Schulden hat, wurde entschieden, die Geldstrafe an die Freiheitsstrafe anzurechnen.»

Für die bedingte Freiheitsstrafe von 11 Monaten gilt eine vierjährige Probezeit. Zusätzlich gibt es für den 24-Jährigen eine Busse von 300 Franken für den mehrfachen Ungehorsam im Betreibungs- und Konkursverfahren. Er wurde somit in allen drei Anklagepunkten schuldig gesprochen. Den Geschädigten muss er den Deliktsbetrag zurückzahlen.

«Wir haben uns zu diesem Urteil entschieden, da es mit ihm nicht ewig so weitergehen kann», so Altwegg. «Irgendwann muss er es lernen, deshalb haben wir uns für die Freiheitsstrafe entschieden», fügt sie an. Der Verteidiger des Angeklagten, Michel Meier, hatte sich eine Geldstrafe nach richterlichem Ermessen anstelle einer Freiheitsstrafe erhofft. (KSP)