Gebäudeversicherung

Insgesamt gute Bilanz – trotz steigenden Brandschäden

Die Zerstörung des Witihofs in Selzach war 2013 eines der grössten Schadenereignisse. Hanspeter Bärtschi

Die Zerstörung des Witihofs in Selzach war 2013 eines der grössten Schadenereignisse. Hanspeter Bärtschi

2013 wurden durch Feuer und Naturgewalten Schäden in der Höhe von 16 Millionen Franken verursacht. Trotzdem beurteilt die Solothurnische Gebäudeversicherung (SGV) das abgelaufene Geschäftsjahr als positiv.

Das Schadenjahr 2013 fiel für die Solothurnische Gebäudeversicherung (SGV) sehr unterschiedlich aus. «Die Brandschäden liegen leicht höher als im langjährigen Durchschnitt, im Bereich Elementarereignisse dagegen wird 2013 als eines der schadenärmsten Jahre in den vergangenen 20 Jahren in die Geschichte eingehen», zieht Direktor Alain Rossier auf Anfrage eine erste Bilanz.

Eigentlich wäre auch im Bereich Brandfälle die Schadenhöhe unterdurchschnittlich hoch gewesen, doch der Brand in der Eta in Grenchen am 29. Dezember mit einer Schadensumme für die Gebäudeversicherung von rund 2,2 Millionen Franken hat die Statistik noch umgekehrt.

Weniger Fälle, höherer Schaden

Insgesamt verzeichnete die Gebäudeversicherung im vergangenen Jahr 414 Brandschäden. Das sind gegenüber dem Vorjahr 39 oder fast 9 Prozent weniger. Die Schadensumme hat sich aber auf 14,3 Millionen Franken gegenüber dem tiefen «Brandjahr» 2012 fast verdoppelt, meldet Rossier. Die Brandursachen sind grossmehrheitlich auf technische Defekte (64 Prozent) und Fahrlässigkeit (28 Prozent) zurückzuführen.

Grosse Einzelschäden verursachten neben dem Fall Eta ein Brand im Sommer in der Isola in Breitenbach (1,74 Millionen Franken), der Brand in einem Gastbetrieb in Zuchwil (1,37 Mio.), die Zerstörung des Witihof in Selzach (1,2 Mio.) und der Brand eines Wohnhauses in Günsberg (1,1 Mio.).

Lob für professionelle Feuerwehr

«Erfreulich ist, dass die Brandschaden-Summe im Verhältnis zum Versicherungswert der Gebäude in den vergangenen 40 Jahren kontinuierlich gesunken ist», erklärt der SGV-Direktor. Dafür macht er zwei Hauptgründe geltend. Erstens würden die national geltenden Brandschutzvorschriften konsequent umgesetzt. Zweitens trage die immer professionellere Arbeit der Feuerwehren dazu bei. «Dank der laufend verbesserten Ausbildung, des Einsatzes von modernen Fahrzeugen und Material sowie einer guten persönlichen Ausrüstung können Brände rascher bekämpft oder ihre Ausbreitung zumindest eingedämmt werden», lobt Rossier die Arbeit der Feuerwehren.

Tiefe Elementarschäden

Deutlich «günstiger» zu stehen kam der Gebäudeversicherung der Bereich Elementarschäden. Rossier beziffert die Schadensumme auf rund 1,7 Millionen Franken. Das sind gegenüber dem Vorjahr mit 2,9 Millionen Franken nochmals deutlich weniger, was auch im langfristigen Vergleich zutrifft.

Seit 1980 lag die Schadensumme nur dreimal tiefer und viermal ähnlich hoch. Der grösste Teil entfiel auf Sturmschäden (71 Prozent). Insgesamt registrierte der Versicherer 1076 Schadensereignisse, rund einen Fünftel weniger als im Vorjahr. «Höchstwahrscheinlich hatten wir 2013 Glück, denn andere teure Schadenjahre werden bestimmt folgen», hält Rossier fest.

Trotz des «guten Ergebnisses» sieht Rossier im Bereich Elementarschäden Handlungsbedarf. So nehme die Elementarschadensumme langfristig im Verhältnis zur Versicherungssumme kontinuierlich zu. Daher seien nun weitere Anstrengungen in der Schadens-Prävention nötig. «Wir stellen fest, dass oft neu erstellte oder umgebaute Gebäude durch Naturereignisse Schaden erleiden», berichtet Rossier.

Ein wesentlicher Grund sei das Nichtbeachten der Gefahrenkarte. Deshalb habe man zusammen mit den Baubehörden in den Gemeinden beschlossen, dass jeweils noch vor der Erteilung der Baubewilligung die Naturgefahrenkarte zwingend überprüft werden müsse. «Diese Massnahme hat sich bewährt und Schutzmassnahmen werden nun bereits vor dem Bau geplant und umgesetzt.»

Keine Prämienerhöhung für 2014

Insgesamt beurteilt Alain Rossier das abgelaufene Geschäftsjahr positiv. Der erfreulichen Schadensbilanz seien gute Erträge an den Kapitalmärkten gegenübergestanden. «Deshalb bleiben die Prämien für 2014 unverändert», bestätigt er bereits früher gemachte Aussagen. Ebenso bleibt der Baukostenindex gleich.

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