Solothurn
Innenausbau ist so gut wie beendet – ein Rundgang im neuen Museum Altes Zeughaus

Die letzten Arbeiten für die Innenausbauten im Museum Altes Zeughaus sind im Gange. Nach fast zweijähriger Bauzeit soll nach Ostern das Museumsgut wieder ins Haus gebracht werden. Zum Teil an neue Orte, zum Teil an ihre alten Stammplätze und es gibt neue Inhalte.

Fränzi Zwahlen-Saner
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Die fast zweijährige Umbauzeit in dem gut 400 Jahre alten Museum Altes Zeughaus in Solothurn ist fast abgeschlossen und alles ist zügig und erfolgreich über die Bühne gegangen.

Der Stolz und die Freude ist Allen anzusehen. Besonders freuen sich der zuständige Projektleiter des Amtes für Hochbau des Kantons Solothurn, Hansruedi Trachsel und der Co-Direktor des Museums Jürg Räz, denn wer kann schon in seinem Berufsleben eine solch grundlegende Renovation eines so wichtigen historischen Gebäudes begleiten. «Ein Projekt von solchen Dimensionen kommt nur einmal in Leben», sagt Hansruedi Trachsel.

So sieht es derzeit im Museum Altes Zeughaus aus und das soll künftig auf die einzelnen Stöcke verteilt werden:

Momentan ist das Haus jedoch von aussen noch mit einem blickdichten Tuch bedeckt, denn die Fassade wird noch aufgefrischt. Die weissen Kalkstein-Ablagerungen der Fensterstürze, welche die rötliche Fassaden «zierten», sollen bei der Neueröffnung verschwunden sein.
26 Bilder
Die Empfangs- und Garderobenmöbel sind ganz in weiss gehalten
Elegante Modernität sollen diese ausdrücken – so haben es Edelmann, Krell Architekten GmbH, in ihrem Innenausstattungskonzept vorgesehen.
Fensterputzen im Parterre
Im Eingangsbereich stehen Schliessfächer bereit
In der Mitte des Raumes werden – fast wie früher – die verschiedenen Geschütze aufgebaut. «Allerdings», betont Co-Direktor Jürg Räz, «sind nur noch Objekte bis zum Jahr 1874 zu sehen.»
Neu wird im Parterre auf der linken Seite der Wand entlang ein erster Teil des sogenannten Schaudepots geschaffen. Hier erkennt man die Handschrift des Szenografenbüros «element» Basel, welches für die Neu-Konzeption der Ausstellung, zusammen mit dem Solothurner Museumsteam verantwortlich ist.
Im ersten Stock sind die drei verspiegelten Themenkabinen zu finden, in denen sich die Besucher interaktiv über «Krieg», «Frieden» und Diplomatie» informieren können. Es sind beispielsweise Interviews mit bekannten Schweizer Zeitgenossen, zum Beispiel auch mit dem (noch) Chef der Armee André Blattmann zu entdecken.
Hansruedi Trachsel vom Hochbauamt und Jürg Räz, Co-Museumsleiter, im Erlebnisraum In einem Seitenbereich dieser Etage gibt es noch ausreichend Platz für die Museumspädagogik.
Die Installationsarbeiten im Erlebnisraum sind noch in vollem Gange Die gesamte Beleuchtung, die Brandschutzanlage, sowie alle anderen technischen Einrichtungen, wie beispielsweise auch der Lift, sind ganz fertig gestellt.
Wandgemälde im 2. Stock
Im zweiten Stock wird die Harnischsammlung zu sehen sein.
Künftig sollen es mehr, nämlich 300 Rüstungen sein, die gezeigt werden
Die einzelnen Rüstungen werden neu gruppiert; es soll der Eindruck zweier Heere entstehen, durch die man marschieren kann. Besonders wichtige Exponate werden speziell präsentiert und dazu Informationen abgegeben.
Neben der Harnischsammlung sind auf diesem Stockwerk noch die Tagssatzungsgruppe, sowie die Burgunderbeute zu sehen.
Der dritte Stock, der einen ganz neuen Holzboden bekommen hat, wird ganz für Wechselausstellungen oder Veranstaltungen, die im Rahmen des Museums durchgeführt werden, freigehalten.
Es ist noch nicht alles am richtigen Platz
Mit Fingern verzierte Bodenkacheln
Letzte Arbeiten im Treppenhaus
Im dritten Stock gibt es künftig Wechselausstellungen, erreichbar per Lift.
Letzter Boden-Finish im 3. Stock
Haustechnik im 3. Stock
Im 4.Stock befinden sich weiterhin die Büros. Hier wird bereits gearbeitet. Bis zu zehn Personen finden hier mühelos einen Arbeitsplatz.
Konferenzraum im 4. Stock
Im restaurierten Estrich werden Utensilien des Museumsbetriebes eingelagert
Eine imposante Sprinkleranlage sorgt für Sicherheit bei Brandgefahr

Momentan ist das Haus jedoch von aussen noch mit einem blickdichten Tuch bedeckt, denn die Fassade wird noch aufgefrischt. Die weissen Kalkstein-Ablagerungen der Fensterstürze, welche die rötliche Fassaden «zierten», sollen bei der Neueröffnung verschwunden sein.

Hanspeter Bärtschi

Mehr Erklärungen zur Ausstellung

Generell ist es so, dass die neue Dauerausstellung mehr Informationen, zielgerichtet auf das Publikum bieten kann. So sind beispielsweise über die Organisation und die Politik des damaligen Stadtstaates Solothurn vom 15. bis ins 19. Jahrhundert vertiefte Angaben zu finden. An verschiedenen Stellen des Hauses kann man über Stationen, beim «Zeughauswart» Informationen abholen. Ebenfalls wird es auf allen Stockwerken bestimmte Objekte zum Berühren und Erleben geben. Dies wird vorwiegend Kinder ansprechen.

Alle Beschriftungen werden in deutsch und französisch angebracht. Wer in Englisch Informationen wünscht, kann beim Eingang ein Tablet mitnehmen und so das Wichtigste nachlesen. Doch es geht noch moderner. Mittels Code kann man vertiefte Informationen auch auf sein eigenes Smartphone laden.

Gemäss Plan wird das Museumsgut nach Ostern gezügelt. «Läuft alles glatt, kann im Juni wieder eröffnet werden, freuen sich Trachsel und Räz.

So ist die Ausstellung vor der Renovation dahergekommen:

Blick ins Museum Altes Zeughaus vor der Renovation Die berühmte Harnischsammlung
20 Bilder
Über 400 Harnische gehören zur Sammlung des Museums
Die Sammlung ist international bekannt
Die Harnische datieren aus der Zeit des 15. bis 17. Jahrhunderts
Ebenso die Helme
Die Rüstungen stammen vorwiegend aus dem süddeutschen Raum
Bei 39 Stücken ist ein Bezug zu Solothurn nachweisbar
Der berühmte «Züghus-Joggeli»
Zur Sammlung gehören auch reichverzierte, repräsentative Exemplare
Die Sammlung «Hieb- und Stichwaffen» umfasst zirka 1’800 Objekte aus dem In- und Auslan
Briquetsäbel aus der Sammlung von Wolfgang Kroker aus Kellinhusen
Ausstellung der Jagdwaffen am Coburger Hof
Ausstellung Jagdwaffen am Coburger Hof

Blick ins Museum Altes Zeughaus vor der Renovation Die berühmte Harnischsammlung

Oliver Menge