Eva Aeppli

Initiant ist zufrieden mit Eva-Aeppli-Datenbank

Werke von Eva Aeppli, im Vordergrund die textile Plastik «Honoré», fotografiert 2006 im Kunstmuseum Solothurn.

Werke von Eva Aeppli, im Vordergrund die textile Plastik «Honoré», fotografiert 2006 im Kunstmuseum Solothurn.

André Kamber, der ehemalige Leiter des Kunstmuseums Solothurn, initiierte die jetzt frei zugängliche Eva-Aeppli-Werkdatenbank im Internet.

Die international bekannte Schweizer Künstlerin Eva Aeppli hat über dreihundert Plastiken, Gemälde und Zeichnungen geschaffen, die mehrheitlich von der menschlichen Existenz und ihrer Fragilität handeln. Das Schweizerische Institut für Kunstwissenschaft (SIK-ISEA) hat jetzt das wissenschaftlich katalogisierte Schaffen der Künstlerin als elektronischen Werkkatalog veröffentlicht.

Die seit langem in Frankreich lebende Künstlerin Eva Aeppli (geboren 1925 in Zofingen) ist mit dem Kunstmuseum Solothurn in besonderer Weise verbunden, hat sie doch ihre persönlichen Aufzeichnungen (15 Bände) 2005 dem Museum überlassen. Aeppli hat mit ihren Zeichnungen, Malereien und Skulpturen ein international bedeutsames Werk geschaffen. Sie arbeitete abseits der Kunstszene, stand aber in freundschaftlichem Kontakt mit Kunstschaffenden wie Yves Klein, Jean-Pierre Raynaud, Daniel Spoerri, Niki de Saint Phalle und Jean Tinguely. In ihren «Livres de Vie», einer in über fünfzig Jahren geschaffenen «Autobiografie ohne Worte», widerspiegelt sich ihr vielfältiges und intensiv gelebtes Freundschaftsnetz.

Nicht nur Ehefrau von Tinguely

Initiiert hat das Projekt André Kamber, der ehemalige Leiter des Kunstmuseums Solothurn. Er hatte nach Aepplis «Auslandkarriere» erstmals ihre Werke in der Schweiz gezeigt und damit dafür gesorgt, dass sie auch hierzulande als eigene Künstlerpersönlichkeit wahrgenommen wurde. Nicht mehr nur als die erste Ehefrau von Jean Tinguely.

Kamber zeigt sich äusserst zufrieden mit dem Resultat des Werkkatalogs. «Er ist noch viel besser herausgekommen, als ich erwartet habe», lobt er. «Es eröffnen sich ganz neue Dimensionen, welche die Möglichkeiten eines Buches bei weitem übersteigen.» Eine elektronische Publikation habe sowohl hinsichtlich Querverweisen als auch bezüglich Aktualität immer die Nase vorn, sagt Kamber. Er ist übrigens auch beteiligt am elektronischen Katalog der Lausanner Künstlerin Aloise, welcher im April online geht.

Dynamische Suchmöglichkeiten

Die Luzerner Forscherin Susanne Gyger hat das Werkverzeichnis zum Schaffen von Eva Aeppli in Zusammenarbeit mit der Künstlerin und in wissenschaftlicher Begleitung durch SIK-ISEA erarbeitet. «Dank der finanziellen Unterstützung verschiedener Stiftungen und Sammler, auch aus Solothurn, konnte das Projekt realisiert werden und am 14. März online gehen», erklärt Projektleiter Matthias Oberli. Es sei vor allem deshalb möglich geworden, weil Gyger während Jahren unentgeltlich dafür gearbeitet habe. Im Unterschied zu anderen elektronischen Werkkatalogen (z. Bsp. als CD-Beilage) sei der Zugang zu Aepplis Werk jetzt für alle offen und gratis.

Das elektronische Aeppli-Werkverzeichnis listet die über 320 Werke und Werkgruppen von Eva Aeppli mit Abbildungen, Hinweisen auf Ausstellungen, Literatur und Standorten auf. Das Internet-Inventar ermöglicht dynamische Suchmöglichkeiten und gewährt so dem interessierten Publikum sowie auch der Forschung neue Einblicke und Erkenntnisse in das Schaffen der Künstlerin. Die Werkhinweise werden angereichert durch Texte von Freunden, Kunstschaffenden und Kunstkritikern sowie durch Auszüge aus den erwähnten «Livres de Vie» ergänzt.

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