Informationschaos
Statt Breitenbach: Sollen Solothurner Jugendliche für die Impfung nach Baselland?

Der Kanton Solothurn versucht alles, dass es für impfwillige Jugendliche möglichst einfach ist, sich impfen zu lassen. Dafür organisiert zwei spezielle Impftage in Solothurn. Einige wären im Kanton Baselland trotzdem schneller.

Christoph Krummenacher
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Covid-19-Impfzentrum Messe Zürich, wo bereits Jugendliche im Alter von 12 bis 15 Jahren geimpft werden.

Covid-19-Impfzentrum Messe Zürich, wo bereits Jugendliche im Alter von 12 bis 15 Jahren geimpft werden.

Keystone

Die Solothurnische Impfkampagne geht bald in die zweite Phase. Ende Juli werden die Impfzentren Solothurn, Olten und Breitenbach geschlossen. Dafür eröffnen in Selzach und Trimbach neue Impfzentren. Dazu kommen Arztpraxen und Apotheken, in denen ebenfalls geimpft wird. Impfwillige aus den Bezirken Dorneck und Thierstein können sich seit Dienstag auch in Muttenz den Piks holen.

Wenn Breitenbach schliesst, wären für die im Schwarzbubenland Wohnenden auch die Zentren in Laufen und Lausen gleich ennet der Grenze gut erreichbar. Allerdings werden nur dort nur noch bis Ende Monat Erstimpfungen und entsprechende Zweitimpfungen bis Ende August vorgenommen, erklärt Rolf Wirz, Kommunikationschef der Gesundheitsdirektion Baselland.

Theoretisch gäbe es die Möglichkeit für Impfwillige, sich im Kanton ihrer Wahl impfen zu lassen. «Sie sind frei, wo Sie sich impfen lassen. Der Tarifvertrag gilt in der ganzen Schweiz. Die Impfung ist somit unabhängig vom Wohnort oder vom Ort einer laufenden Behandlung», schreibt das BAG. Doch zu früh gefreut: Denn die Umsetzung liegt bei den Kantonen, wie Rolf Wirz erklärt.

«Da der Impfstoff anteilmässig auf die Bevölkerung verteilt wird, können sich Erwachsene nicht in jedem Kanton impfen lassen, sondern primär in ihrem Wohnkanton.»

Damit Einwohner der Bezirke Dorneck und Thierstein nach Muttenz zur Impfung können, mussten daher extra entsprechende Prozesse zwischen den beiden Kantonen ausgearbeitet werden.

Corona-Impfzentrum in der Stadthalle Olten. 37 Prozent der Solothurnerinnen und Solothurner sind vollständig gegen das Coronavirus geimpft (Stand 6. Juli, 2021).

Corona-Impfzentrum in der Stadthalle Olten. 37 Prozent der Solothurnerinnen und Solothurner sind vollständig gegen das Coronavirus geimpft (Stand 6. Juli, 2021).

Bruno Kissling

Impfwillige Jugendliche aus dem Schwarzbubenland können Termin schieben

Seit Montag können sich nun auch Solothurner Jugendliche von 12 bis 15 Jahren für die Impfung anmelden. Termine gibt es für den 14. und 21. Juli, allerdings nur in Solothurn. Warum nicht auch in den Impfzentren in Breitenbach oder Olten?

«Jugendliche bis 18 Jahre können zurzeit nur mit dem Impfstoff von Pfizer/Biontech geimpft werden. Dieser wird nur in Solothurn geimpft, in Olten und Breitenbach wird Moderna geimpft»,

erklärt Mirjam Andres, Sprecherin des kantonalen Fachstabs Pandemie. Zudem werden an den beiden Aktionstagen extra Kinderärztinnen und Kinderärzte in Solothurn vor Ort sein. «Es wäre nicht möglich gewesen, weitere Pädiater für zusätzliche Standorte aufzubieten.»

Die Impfung schützt einerseits vor einem schweren Verlauf der Krankheit und hilft andererseits, die Verbreitung des Virus und seiner Mutationen stark zu verlangsamen. Wer sich impfen lässt, hilft also sich und anderen.

Die Impfung schützt einerseits vor einem schweren Verlauf der Krankheit und hilft andererseits, die Verbreitung des Virus und seiner Mutationen stark zu verlangsamen. Wer sich impfen lässt, hilft also sich und anderen.

Oliver Menge

Für manche impfwillige Jugendliche ist es ein weiter Weg bis Solothurn – etwa aus dem Schwarzbubenland. «Es können nicht mal Termine für Geschwister zusammengelegt werden», ärgerte sich ein Mann aus dem Bezirk Dorneck. Mirjam Andres bestätigt und erklärt:

«Das verwendete System des Bundes erlaubt es aus technischen Gründen nicht, gleichzeitig zwei Kinder anzumelden.»

Termine würden chronologisch nach Eingang erfasst und per SMS automatisch zugestellt. Immerhin: «Falls die Termine weit auseinanderliegen, können sich die Eltern aber für eine Koordination der Termine anschliessend telefonisch bei der Infoline melden.» Die Eltern könnten den Termin auch verschieben, so Andres.

Voraussichtlich ab August können sich Jugendliche ab zwölf Jahren auch in Hausarztpraxen impfen lassen, Jugendliche ab 16 Jahren in den Apotheken.

Impfung durch das Autofenster im Drive-in-Impfzentrum in Grenchen. Die Impfgeschwindigkeit nahm jüngst etwas ab.

Impfung durch das Autofenster im Drive-in-Impfzentrum in Grenchen. Die Impfgeschwindigkeit nahm jüngst etwas ab.

Andre Albrecht

Der Trick für Eilige

Doch es gibt noch eine andere Variante für die Jugendlichen aus dem Schwarzbubenland, und die ist erst noch schneller: Denn in Dorneck oder Thierstein wohnhafte Impfwillige sind – wie erwähnt – seit Dienstag auch im Impfzentrum Muttenz zugelassen. Und dort werden bereits Jugendliche ab zwölf Jahren geimpft.

Man wolle für ein möglichst breites Angebot sorgen, betont Mirjam Andres vom Fachstab Pandemie. Damit jene, die sich impfen lassen wollen, dies auch tun können. Jugendliche können sich selbst entscheiden, wichtig ist dem Kanton allerdings, dass sie sich vorher gründlich informiert haben. Dafür stellt das Gesundheitsamt ein eigenes Merkblatt für Jugendliche sowie eines vom BAG zur Verfügung.

Anmeldung für die Impfung: https://corona.so.ch/bevoelkerung/impfen/.