Kanton Solothurn
Infoline wird am Mittwoch vom Netz genommen — alle Impftermine für die erste Woche sind vergeben

Die Impftermine in der Reithalle sind gefragt. Über 1000 Personen können in der ersten Woche dort geimpft werden. Die vielen Anrufe auf die Infoline brachten das Netz der Verwaltung am Dienstag zum Einsturz. Am Mittwoch wird das System überarbeitet.

Rebekka Balzarini
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Seit Montag wird in der Rythalle in Solothurn geimpft.

Seit Montag wird in der Rythalle in Solothurn geimpft.

Hanspeter Bärtschi

Eigentlich ist es ja eine gute Nachricht: Alle Impftermine in der Reithalle in Solothurn für diese Woche sind schon ausgebucht. 1'100 Personen können in dieser Woche im Impfzentrum geimpft werden, gab der Kanton am Dienstag in einer Medienmitteilung bekannt.

In den Alters- und Pflegeheimen im Kanton sollen bis Samstag 1'200 Personen geimpft werden. Dafür sind acht mobile Impfteams im Einsatz, welche die Bewohnerinnen und Bewohner sowie das Pflegepersonal der Institutionen vor Ort impfen. Damit wird ein Viertel der Impfdosen, die im Kanton im Januar zur Verfügung stehen, bereits in der ersten Woche gebraucht.

Technische Pannen bei der Anmeldung

Ursprünglich hatte der Kanton angegeben, in der Reithalle maximal 50 Personen pro Tag impfen zu wollen. Aufgrund des grossen Andrangs, und weil die Abläufe im Zentrum es zuliessen, wurden aber bereits am ersten Tag schon 144 Personen geimpft.

Geimpft werden aktuell nur Personen über 75 sowie Hochrisikopatientinnen und Hochrisikopatienten. Damit folgt der Kanton der Strategie des Bundesamts für Gesundheit BAG. Ziel der Strategie ist es, zuerst die Personen zu impfen, bei denen das Risiko besonders gross ist, dass sie schwer erkranken und im Spital gepflegt werden müssen. So sollen die Spitäler schnell entlastet werden.

Für Ärger sorgte in den ersten beiden Tagen nach dem Impfstart die Tatsache, dass Termine nur telefonisch über die Infoline des Kantons vereinbart werden können. Eine Online-Anmeldung ist nicht möglich, weil man sich im Solothurnischen auf die IT-Lösung des Bundes verlassen hat. Dieses System ist vorerst noch nicht in Betrieb, wann es in Betrieb genommen werden kann, ist laut Angaben der Verwaltung noch nicht bekannt. Und weil im Kanton keine eigene Online-Lösung zur Verfügung steht, sind Anmeldungen nur über die Infoline des Kantons möglich.

Schon in den ersten Minuten, nachdem die Infoline in Betrieb genommen wurde, war die Leitung überlastet. Viele versuchten während Stunden ohne Erfolg, einen Termin zu vereinbaren. «Damit haben wir gerechnet, und wir arbeiten an einer Lösung», sagte dazu die Gesundheitsdirektorin Susanne Schaffner am Montagmorgen. Aber auch am Dienstag war die Infoline den vielen Anrufen nicht gewachsen, schreibt der Kanton. «Zeitweise versuchten gegen 10'000 Leute gleichzeitig die Infoline zu erreichen, weshalb diese zusammenbrach», heisst es in der Mitteilung. «In der Folge war die ganze Kantonale Verwaltung zeitweise nicht mehr erreichbar.»

Infoline wird vom Netz genommen

Damit das System in Zukunft besser funktioniert, wird die Infoline laut der Mitteilung am Mittwoch vom Netz genommen. «Kanton und Netzbetreiber überarbeiten nun das System und schaffen weitere technische Voraussetzungen, für einen reibungsloseren Betrieb», so die Verwaltung.

Die Infoline soll voraussichtlich am Donnerstag wieder in Betrieb genommen werden. Auf den Impfbetrieb in der Reithalle und in den Alters- und Pflegeheimen hat das keinen Einfluss, der Impfbetrieb in den Institutionen und im Impfzentrum läuft weiter. Termine können wie vereinbart wahrgenommen werden. Auch die restliche Verwaltung soll am Mittwoch normal erreichbar sein.

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