Fast 1900 neue Arbeitsplätze in vier Jahren: Das ist die Bilanz der Solothurner Wirtschaftsförderung für die Jahre 2009 bis 2012. «Damit konnten die im Legislaturplan gesetzten Ziele knapp erreicht respektive übertroffen werden», heisst es in der Antwort der Solothurner Regierung auf eine Interpellation der SP-Kantonsratsfraktion.

Darin stellt die Partei 13 Fragen zum Wirtschafts- und Arbeitsort Kanton Solothurn. In der umfangreichen Antwort aus der Feder der Wirtschaftsförderung sind interessante und bislang nicht publizierte Fakten zu entdecken.

31 Neuansiedlungen

So konnte die Wirtschaftsförderung in den vier Jahren 2009 bis 2012 insgesamt 31 Neuansiedlungen von Unternehmen auf Kantonsgebiet realisieren. 13 davon waren ausländische und 18 inländische Firmen. Hinzu kamen 12 Neugründungen. Dadurch wurden 1330 neue Arbeitsplätze geschaffen. Dabei handle es sich ausschliesslich um Firmenprojekte, welche von der Wirtschaftsförderung aktiv begleitet wurden, heisst es präzisierend in der Antwort.

Nicht inbegriffen seien Projekte, welche ohne Begleitung der Wirtschaftsförderung umgesetzt worden seien. Hinzu kommen 556 neue Arbeitsplätze, die bei bereits bestehenden Firmen im Rahmen eines Ausbaus entstanden sind. Auch diese Projekte habe die Wirtschaftsförderung aktiv begleitet. Insgesamt sind also dank der Mithilfe des Kantons 1886 neue Stellen «angesiedelt» worden.

Starkes Interesse an Solothurn

Dass Solothurn in der Aussenansicht nicht – wie so oft vermutet – als Krisenkanton wahrgenommen wird, zeigen Angaben über das Interesse am hiesigen Wirtschafts- und Arbeitsort. Sind doch in den vier Jahren bei der kantonalen Stelle zur Förderung der Wirtschaft 626 Anfragen zu Ansiedlungen und Neugründungen eingegangen. Dass diese Anfragen nicht alle in konkrete Projekte münden, liegt auf der Hand. «Internationale Erfahrungswerte zeigen auf, dass aus zehn Projektanfragen durchschnittlich weniger als eine Ansiedlung resultiert», heisst es dazu in der Interpellationsantwort. Die häufigsten Gründe für das Interesse an Solothurn seien die gute Erreichbarkeit wegen der zentralen Lage, «aber auch die Existenz von herausragenden wirtschaftlichen Schwerpunkten wie die Präzisionsmechanik und Medizinaltechnik, die Arbeitskräfte mit ausgesprochen hoher Präzisionsfähigkeit beschäftigen».

«Wir sind sehr zufrieden»

Man stehe in einem harten Wettbewerb, in dem sich Solothurn gegen andere Kantone, aber auch gegen andere Länder behaupten müsse, erklärt Wirtschaftsförderin Karin Heimann auf Anfrage. «Insofern sind wir sehr zufrieden mit diesem Leistungsausweis.» Auch im laufenden Jahr sei man auf Kurs, um das Legislaturziel von jährlich 450 neuen Arbeitsplätzen zu erreichen. Im ersten Halbjahr begleitete die Wirtschaftsförderung neun Firmen, was mittelfristig zu 74 Arbeitsplätzen führen soll. «Einige Projekte sind noch ‹im Köcher›, die wir voraussichtlich im zweiten Halbjahr noch realisieren können», begründet Heimann ihren Optimismus.

Doch wie ist der Stellenwert dieser Arbeitsplätze einzuschätzen, wie viele werden tatsächlich realisiert? «Eine Aussage über die effektive, langfristige Bilanz ist schwierig zu machen», gesteht Heimann ein. Denn nur Firmen mit gewährten Steuererleichterungen müssten jährlich über die Entwicklung der Arbeitsplätze Bericht erstatten. Und das seien nur wenige; in den letzten Jahren seien pro Jahr rund drei Steuererleichterungen gewährt worden.

Die Kontrolle sei nötig, um steuerliche Zugeständnisse anpassen zu können, wenn vereinbarte Auflagen, wie etwa beim Personalbestand, nicht erfüllt seien. «Die anderen Projekte, die wir beraten oder denen wir Immobilien oder Industrieland vermittelt haben, müssen nicht rapportieren.» Man wolle diese Firmen nicht bürokratisch belasten, begründet Heimann. Aber erfahrungsgemäss fielen die tatsächlichen Investitionen jeweils höher als geplant aus. Dagegen könnten zum Teil nicht alle geplanten Arbeitsplätze realisiert werden. «Wir tragen diesem Umstand Rechnung, indem wir die Zahl der neuen Arbeitsplätze in unseren Statistiken vorsichtig ausweisen», betont die Wirtschaftsförderin.