Ausgang
«In Solothurn gibt’s zu wenig Clubs aber genug Bars»

Nach der Schliessung diverser Clubs scheinen die Möglichkeiten für Ausgehende im Kanton Solothurn immer weiter zu schrumpfen. Stimmt das Ausgangsangebot dennoch oder sind die Leute mit dem Angebot unzufrieden?

Nadia Chamakhe
Merken
Drucken
Teilen
Im Sommer ziehen viele Leute die Hafenbar einem Club vor.

Im Sommer ziehen viele Leute die Hafenbar einem Club vor.

Solothurner Zeitung

Wie eine Umfrage dieser Zeitung auf den Strassen Solothurns zeigt, sind sich die Befragten nahezu einig, dass sich die Anzahl Clubs in der Region Solothurn im kleinen Rahmen hält.

Der 21-jährige Aleksa Petkovic und der gleichaltrige Martin Demiguelez sind der Meinung, dass es in Solothurn nicht viele Ausgangsmöglichkeiten gibt. Petkovic findet das Kofmehl «grusig» und geht deswegen lieber nach Zürich oder Olten, wo die Auswahl an Clubs grösser ist. Die zwei Freunde sind sich einig: «In Solothurn gibt’s zu wenig Clubs aber genug Bars.»

Der 21-Jährige Martin Demiguelez und der gleichaltrige Aleksa Petkovic.

Der 21-Jährige Martin Demiguelez und der gleichaltrige Aleksa Petkovic.

Nadia Chamakhe

Auch Nadine Lüthy (20) aus Oberbuchsiten findet die Location-Auswahl für Partygänger übersichtlich und betont: «Solothurn ist eine gemütliche Kleinstadt und nicht wie Zürich.»

Zwar gebe es in Solothurn nicht viele Clubs, dafür aber Bars. Ausserdem könne man im Sommer vielerorts an der Aare sitzen und mit seinen Freunden Zeit verbringen. Im Gegensatz zu den Grossstädten sei dies ein Charakterzug, den sie an der Barockstadt schätze. «Ich finde es gar nicht so cool, wenn ich in irgendeinem Club bin und niemanden kenne», sagt sie.

Nadine Lüthy (20) aus Oberbuchsiten

Nadine Lüthy (20) aus Oberbuchsiten

Nadia Chamakhe

Die 16-jährige Lucy-May Jahnová aus Leuzigen kenne nur das Kofmehl, finde es aber nicht gut, da es dort immer wieder zu Schlägereien komme. «Lieber sitze ich mit Freunden an der Aare und trinke ein Bier», sagt auch sie.

Lucy-May Jahnová aus Leuzigen

Lucy-May Jahnová aus Leuzigen

Nadia Chamakhe

Ausgang eine Altersfrage?

«Ausgehmöglichkeiten sind altersabhängig», sagt Jacqueline Mancuso (19) aus Biberist. Für unter 20-jährige Partygänger gebe es nur das Kofmehl und auch für das Publikum ab 20 Jahren sei das Ausgangsangebot «beschränkt». Sie gehe deswegen lieber in Luzern tanzen.

Jacqueline Mancuso (19) aus Biberist

Jacqueline Mancuso (19) aus Biberist

Nadia Chamakhe

Die 53-jährige Maria Miracco aus Gerlafingen findet: «Es gibt hier genügend Lokale, wo die Jungen am Abend hingehen können. In anderen Kantonen sieht es ganz anders aus.» Sie selbst gehe nicht mehr in den Ausgang.

Die 53-jährige Maria Miracco aus Gerlafingen.

Die 53-jährige Maria Miracco aus Gerlafingen.

Nadia Chamakhe

Mucin Ali (42) aus Solothurn ergänzt: «Für ältere Leute ab 50 Jahren gibt’s nicht wirklich was.» Das Angebot richte sich mehr an die 18- bis 45-Jährigen.

Mucin Ali (42) aus Solothurn

Mucin Ali (42) aus Solothurn

Nadia Chamakhe