Am Vertriebs-Sitz der Dosenbach-Ochsner AG in Luterbach weht die olympische Fahne. «Welcome to Pyeongchang» steht über dem provisorischen Eingang zum Kleidershop für die Olympia-Fahrerinnen und -Fahrer geschrieben. «Die Athletinnen und Athleten sollen schon am Eingang auf Olympia eingestimmt werden», erklärt Jürg Müller von Ochsner Sport das Konzept. Fahnen und Wimpel erinnern mit Worten wie «Respect», «Friendship» und «Excellence» an den olympischen Geist, sowie mit Bildern von Wintersport und Pyeongchang an die kommenden Winterspiele.

Abgefangen werden die Eishockeyspielerinnen und -spieler, die an diesem Nachmittag ihre Olympiakleider fassen kommen, beim Eingang von Julian und Jonas Luterbacher aus Luterbach. Ein Elternteil arbeitet bei Dosenbach-Ochsner AG und hat sie informiert. Jetzt werden die Olympioniken von den beiden Jugendlichen fotografisch verewigt.

Kleider für Olympia-Athleten

Kleider für Olympia-Athleten

In Solothurn durfte die Schweizer Ski-Mannschaft am 30.Januar 2018 ihre Kleidung für Pyeongchang abholen. Auch der verletzte Carlo Janka war unerwartet dabei.

Auf dem Olympic Walk

Drinnen, in einem Teil der grossen Lagerhalle, gehen die Olympiafahrerinnen und -fahrer zuerst durch den Olympic Walk, wie es Jürg Müller von der Zentrale der Ochsner Sport AG in Dietikon beschreibt. Es folgen der Empfangsbereich, ein Loungebereich und der Shop. «Die Athleten wählen die ihnen passenden Grössen der Kleider aus. Das wird gleich erfasst. Wenn sie fertig sind, steht beim Loungebereich bereits der gepackte Olympiakoffer mit den Kleidern bereit», erklärt Jürg Müller das Prozedere, das bereits vor den Spielen in Rio gleich ablief. Laut Alexander Wäfler von Swiss Olympic wurde früher das Fassen der Olympiakleider im Keller von Swiss Olympic in Ittigen organisiert.

Die Entwicklung der Kleider erfolge gemeinsam mit Ochsner Sport und dem jeweiligen Kleiderpartner, in diesem Jahr «Descente». «Mit ihnen kreieren wir die Kollektionen, die Ochsner auch in ihren Läden verkauft.» Swiss Olympics definiere beispielsweise die Farben oder die Logos, die auf den Kleidern appliziert sind. So wurde beispielsweise inwendig in den Jacken die olympischen Werte aufgedruckt. Die gleichen Werte, die die Athleten bereits beim Eingang auf den Fahnen lesen konnten. Insgesamt 170 Athletinnen und Athleten werden eingekleidet. Sie holen Leibchen, Schuhe, Jacke, Mütze oder Sonnenbrille und Käppi ab.

Zum vierten Mal mit dabei

Viele Vertreter von Medien verfolgen durch die Linsen ihrer Kameras die Prozedur des Kleiderfassens. Die Athletinnen und Athleten sind sich des Interesses an ihren Körpern bewusst und posieren ungeniert. Auffallend sind die Muskeln beispielsweise von Félicien Du Bois, aber auch seine Narbe an der Oberlippe. Die Verletzung habe er von einem Puck erhalten, erzählt der Romand, der beim HC Davos spielt. «Typische Hockey-Verletzung.» Zum Einkleiden kam er von Davos runter. Es ist seine erste Olympiade, und das Abholen der Olympiakleider sei schon etwas Besonderes.

Mehr Routine hat Florence Schelling, die Torfrau des Schweizer Fraueneishockeynationalteams. Die 28-Jährige bestreitet bereits ihre vierte Olympiade. Mit 16 Jahren war sie erstmals an Olympischen Spielen. «Es ist jedes Mal etwas anders, aber es ist ein lässiger Anlass. Man sieht die anderen Sportler, man kann die neuen Kleider anprobieren. Hier spürt man definitiv das Olympiagefühl.»